Zalando-Campus entsteht: Spatenstich für neues Hauptquartier auf Anschutz-Areal

Beim Spatenstich. Von links: Marko Lehmann (Porr), Architekt Gunter Henn, David Schneider, Michael Müller, Christian Berger und Andreas Geisel. (Foto: Thomas Frey)
 
Offen und transparent. So beschrieb Architekt Henn seinen Entwurf für das Zalando-Hauptquartier. (Foto: Henn Architekten)
Berlin: Zalando-Hauptquartier |

Friedrichshain. Die Geschichte des Online-Anbieters Zalando gilt inzwischen als Vorzeigebeispiel einer Turbo-Expansion. Erst 2008 gegründet, beschäftigt das Unternehmen inzwischen 11 000 Mitarbeiter.

Rund 5000 davon arbeiten in Berlin und viele schon jetzt auf dem Anschutz-Gelände an der Mühlenstraße. Und dort wird in den kommenden zwei Jahren ein sogenannter Zalando-Campus entstehen, mit dem neuen Headquarter-Projekt an der Valeska-Gert-Straße als Mittelpunkt.

Für dieses Bauvorhaben gab es am 6. September den ersten Spatenstich. Es besteht aus zwei siebengeschossigen Bürogebäuden mit insgesamt 45 600 Quadratmetern Geschossfläche, die nahezu ausschließlich von Zalando angemietet werden. In einem Teil des Komplexes sind auch Räume für Gastronomie sowie eine Kita vorgesehen. Bauherr ist die Münchner Grund Immobilien Bauträger GmbH, eine Tochtergesellschaft der UBM Development AG. Als Generalunternehmer wurde Porr Deutschland mit den Arbeiten beauftragt.

Ein offenes Gebäude mit Atrium, Gemeinschaftsflächen und Einblicken von innen und außen entstehe hier, erklärte Architekt Gunter Henn.

Gut für die Wirtschaft

So weit die Fakten, die beim Spatenstich einen entsprechenden Überbau bekamen. Etwa vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), der die Erfolgsgeschichte von Zalando in Zusammenhang mit der wachsenden Stadt stellte. Das Unternehmen, schon heute einer der 20 größten Arbeitgeber, stehe für das aktuelle Kapitel Berliner Wirtschaftsgeschichte, meinte der Regierende und verwies auf Beispiele wie Siemens oder Borsig in anderen Epochen. Und das Bauvorhaben sage auch aus, "dass Berlin funktioniert".

Das bezog sich auf eine zuvor gemachte Aussage von Münchner Grund-Geschäftsführer Christian Berger. Der hatte die Zusammenarbeit und den Einsatz der Friedrichshain-Kreuzberger Verwaltung besonders hervorgehoben. Im Dezember 2015 sei der Bauantrag eingereicht worden, Ende August gab es die Baugenehmigung.

Ein Tempo, das inzwischen insgesamt für das Anschutz-Gelände gilt. Gab es auf dem Areal lange nur die Arena als Solitär, ist die Fläche inzwischen zu etwa der Hälfte bebaut. Bei weiteren Großprojekten laufen die Arbeiten, wie für das Einkaufszentrum oder den Mercedes-Platz.

Das diente ebenfalls als Beispiel für die neue Berliner Dynamik, diesmal vorgetragen von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). 20 000 Menschen würden in einigen Jahren an der Mühlenstraße arbeiten. Dazu kommen rund 600 Wohnungen und Angebote für Freizeit und Entertainment. Was nicht durchgehend den Beifall in Friedrichshain-Kreuzberg findet.

Brommybrücke herstellen?

Dass vor allem in Sachen Verkehrsinfrastruktur noch einiges verbessert werden müsse, räumte auch Geisel ein. Zusätzliche Fahrradabstellplätze sind da nur ein Thema. Spannender war, dass der Stadtentwicklungssenator den Bau einer ausschließlich von Fußgängern und Radfahrern genutzten Brücke über die Spree erwähnte. Konkret ist damit wohl die Wiederherstellung der 1945 zerstörten Brommybrücke gemeint. Darüber wird schon lange diskutiert.

Zalando hat während dieser Zeit eine andere Schlagzahl vorgelegt. Angefangen habe alles 2008 in eine kleinen Altbauwohnung in der Torstraße, erinnerte sich Gründer und Vorstandsmitglied David Schneider. Im neuen Gebäude werden rund 2700 Mitarbeiter Platz haben. Derzeit nutzt der umsatzstärkste Online-Modehändler Europas bereits zwei Gebäude auf dem Gelände. Trotz der Masse sollten sich die Mitarbeiter aus aller Welt wohlfühlen, Kreativität und Kommunikation gefördert werden, betonte David Schneider ebenfalls. Eben eine Campus-Atmosphäre. tf
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