Anwohnerinitiative fordert Sanierung oder Tempo 30

Als Vorsitzender der Bürgerinitiative Gatower Straße setzt sich Abbas Mohadjer Scharghi für eine Verbesserung der Lebensqualität ein. (Foto: Michael Uhde)

Gatow. Noch unklar sind die Aussichten einer Bürgerinitiative, die eine Sanierung der Gatower Straße oder wenigstens Tempo 30 fordert. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf einer der beiden Hauptverbindungen in den Spandauer Süden droht dagegen im weiteren Verlauf der Straße.

"Auf großen Teilen des Kladower Damms werden wir wegen des schlechten Straßenzustands wohl demnächst Tempo 30 anordnen müssen", kündigte Baustadtrat Carsten-Michel Röding (CDU) im Verkehrsausschuss am 15. Januar an.Zu dem waren auch rund 30 Anwohner der Gatower Straße ins Rathaus gekommen. Als Initiator der Bürgerinitiative Gatower Straße schilderte Abbas Mohadjer Scharghi ihr Anliegen: "Rund 190 Anwohnern, die eine Unterschriftenliste unterzeichnet haben, geht es darum, ihre Lebensbedingungen an dieser Straße zu verbessern", sagt er. Die seien durch den schlechten Zustand der viel befahrenen Straße sehr belastet. Auf einem Unterbau aus Pflastersteinen sei lediglich eine dünne Asphaltdecke aufgebracht, die immer wieder geflickt werde. Schuld an der heftigen Lärmbelästigung seien die Nahtstellen dieser Flickschusterei. Die Markierung des neuen Fahrradangebotsstreifens verursache beim Überfahren durch Kraftfahrzeuge seit vergangenem Jahr zusätzlichen Lärm.

Den Unterbau der Straße macht Scharghi für die Erschütterungen verantwortlich, die der Schwerlastverkehr verursache. "An Häusern beidseits der Straße sind bereits Risse aufgetreten, in den Schränken klirren die Gläser, selbst im Bett spürt man die Erschütterungen", berichtete er.

Zur Verbesserung der Situation sehen die Anwohner nur zwei Möglichkeiten: "Entweder muss die Gatower Straße grundsaniert oder wenigstens eine Tempobegrenzung auf 30 Stundenkilometer angeordnet werden", sagte der Sprecher der Initiative.

"Als Baulastträger sehen wir keine Chance, die Straße grundlegend zu sanieren", bedauerte Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU). Entsprechende Investitionsmittel seien im laufenden Bezirkshaushalt nicht zur Verfügung gestellt worden. Er hoffe nur, dass angesichts des derzeitigen "Katastrophenwetters" bei den kommenden Haushaltsverhandlungen die Mittel für Straßeninstandsetzungen nicht noch weiter gekürzt werden.

Wegen der hohen Kosten sah auch Tiefbauamtsleiter Michael Spiza keine Chance für die gewünschte Grundsanierung. Die Kosten pro Kilometer bezifferte er mit 750 000 bis 800 000 Euro. Bei der Frage einer Tempo-30-Regelung verwies er auf die Zuständigkeit der Verkehrslenkung Berlin (VLB).

An die hatte sich die Bürgerinitiative bereits Ende November gewandt. Die Antwort der VLB war eher ernüchternd: Zur Entscheidung über Tempo 30 benötige sie zunächst ein Gutachten über die Höhe der Lärmbelastung. Erst in sechs bis zwölf Monaten rechnet die VLB mit dessen Fertigstellung.


Michael Uhde / Ud
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