Fehlalarme halten Feuerwehr auf Trab

Das Flüchtlingsheim am Waldschluchtpfad beherbergt auch 200 Kinder. Einige von ihnen drücken gerne die Knöpfe der Brandmelder. (Foto: Kiefert)

Gatow. Notrufe aus dem Asylbewerberheim in Hohengatow am Waldschluchtpfad beschäftigen die Feuerwehr. Rund 100 Einsätze soll es seit Jahresbeginn gegeben haben. Fast immer sind es Fehlalarme - ausgelöst von Kindern.

Das ist ärgerlich, denn jedes Mal rücken 16 Einsatzkräfte mit zwei Löschfahrzeugen, einer Drehleiter und einem Rettungswagen aus. Der Sprecher der Berliner Feuerwehr bestätigt, dass es eine "Vielzahl von Fehlalarmen" aus dem Asylbewerberheim gegeben hat. "Wir hoffen auf eine schnelle Lösung des Problems, denn jeder falsche Alarm bindet Einsatzkräfte, die im Ernstfall dringend woanders gebraucht werden", sagt Brandamtsrat Stephan Fleischer.

In der Notunterkunft bedauert Pjotr Skrzedziejewski die Fehlalarme. Seit einigen Tagen sei so etwas aber nicht mehr passiert, so der Heimleiter. Das Problem ist, dass sich in dem ehemaligen Pflegeheim der Vivantes-Klinik rund 40 Brandmelder über die Wohnhäuser verteilen. Sie sind offen zugänglich, also auch den etwa 200 Flüchtlingskindern, von denen sich einige einen Spaß daraus machten, die Knöpfe zu drücken, so der Heimleiter weiter. Da die Brandmelder direkt mit der Feuerwehr verbunden sind, rückt diese bei jedem Alarm sofort aus.

Als die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mitte das Heim vor vier Monaten als Träger übernahm, sei auf dieses ungünstige Meldesystem hingewiesen worden, berichtet Skrzedziejewski. "Bei einem Treffen mit der Feuerwehr und der bezirklichen Bauaufsicht hatten wir deshalb ein neues Brandschutzkonzept vorgeschlagen." Das habe die AWO jetzt auch bei einem Ingenieurbüro in Auftrag gegeben. Nötig ist das, denn die Brandmelder dürfen laut Vorschrift nicht einfach verschlossen werden, damit mit ihnen kein Unfug getrieben werden kann. Eine Lösung wäre, die Alarmanlage technisch so umzurüsten, dass die Notrufe zuerst im Pförtnerbüro der Notunterkunft landen. Dann kann dort entschieden werden, ob die Feuerwehr tatsächlich alarmiert werden muss.

Auch die Feuerwehr hält ein neues Brandschutzkonzept für sinnvoll. Zuständig für die Umsetzung ist die Bauaufsicht. Die Kosten für die Fehlalarme trägt die Allgemeinheit, also der Steuerzahler, da die Polizei keine Täter ermitteln konnte.


Ulrike Kiefert / uk
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