Landesamt eröffnet kurzfristig Unterkunft

Gatow. In Gatow hat eine neue Notunterkunft für Flüchtlinge eröffnet. Sie beherbergt 160 Menschen und soll laut des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) etwa sechs Monate genutzt werden.

Bei dem Objekt handelt es sich um das frühere Pflegeheim "Haus Hohengatow" der Vivantes-Kliniken. Dort, am Waldschluchtpfad 27, sind laut Lageso inzwischen 160 Flüchtlinge untergebracht, bis zu 200 Menschen hätten Platz. Die Flüchtlinge, darunter viele Familien, kommen aus Serbien, Bosnien-Herzegowina, Syrien und Afghanistan. Das Gebäude hatte das Lageso kurzfristig beschlagnahmt. "Den Flüchtlingen drohte die Obdachlosigkeit. Und das haben wir per Gesetz zu verhindern", begründet Lageso-Sprecherin Silvia Kostner die Eile. Das Landesamt ist in Berlin für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. Auf der Liste geeigneter Gebäude stand das leer stehende Altersheim, dessen Bewohner in ein neues Haus umgezogen sind, schon länger. "Anders als in Schulen oder Sporthallen sind dort kleinere Räume mit Bädern vorhanden. Es gibt Duschen und WCs und es müssen keine Wände eingezogen werden", so Silvia Kostner.

Gedacht sei die Notunterkunft allerdings nur für sechs Monate, weil das Grundstück verkauft werden soll. Dann müssen die Flüchtlinge nach Treptow-Köpenick, Pankow und Neukölln umziehen, wo derzeit neue Heime entstehen. Die Spandauer Unterkünfte an der Motardstraße, am Askanierring und an der Staakener Straße sind voll.

Für Vivantes kam der kurzfristige Einzug der Flüchtlinge zwar überraschend. "Wir benötigen das Gebäude aber nicht mehr als Pflegeheim. Insofern freuen wir uns, dass wir mit Unterkünften aushelfen können", sagt Pressesprecherin Kristina Tschenett. In enger Abstimmung mit der Landesgesundheitsverwaltung komme Vivantes damit auch seiner Verantwortung als kommunales Unternehmen nach.

Betrieben wird die Flüchtlingsunterkunft in Hohengatow vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Die Helfer des Fachdienstes Katastrophenschutz und Notfallvorsorge sind rund um die Uhr im Einsatz. Sie organisieren Betten, Matratzen und das Essen. Anwohner haben Kleidung gespendet.


Ulrike Kiefert / uk
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