Verein "Historisches Gatow" restauriert Beutel’schen Speicher

Gatow. Die 1904 teils mit alten Balken der bereits seit 1799 bestehenden Backsteinscheune wieder errichtete Scheune des Beutel’schen Guts an der Straße Alt-Gatow 65 wird bis Sommer 2015 vom Förderverein "Historisches Gatow" restauriert.

In das Gebäude, das wie das historische Wohnhaus und ein Kornspeicher im Fachwerkbau seit November 1991 der Lieselotte-Beutel-Stiftung gehören, soll dann das "Gatower Bauerntheater" einziehen.

Mit dem Umbau will Ulrich Reinicke, Vorsitzender des Fördervereins, im Frühjahr 2015 beginnen. Denn noch wird die Scheune als Stellplatz für Kraftfahrzeuge genutzt. "Um mit dem Umbau beginnen zu können, haben wir zum 30. November den Vertrag des derzeitigen Pächters gekündigt", sagt Petra Richter, Vorstand der Lieselotte Beutel Stiftung.

Mit der Restaurierung der alten Gutsgebäude hat der Verein bereits Erfahrung. So wurde der Kornspeicher bereits 2006 vom Förderverein "Historisches Gatow" restauriert und wird seitdem als Heimatmuseum genutzt. Weniger aufwendig wird nun die Restaurierung der Scheune sein. "Die Fugen sind durch das Spritzwasser bis in Sockelhöhe ausgewaschen", sagt Reinicke. Sie müssten nun in Fleißarbeit neu verfugt werden. Damit sie nicht wieder ausgewaschen würden, werde man dann Split rund um die Scheune verlegen.

"Wenn alles fertig ist, wollen wir im Sommer 2015 gemeinsam mit Stephan Buchheim in der Scheune das Gatower Bauerntheater eröffnen", blickt Reinicke in die Zukunft. Es solle als reines Sommertheater in der warmen Jahreszeit geführt werden. "Damit haben wir dann im Dorf wohl das einzige echte Bauern-Theater in der Großstadt Berlin", sagt der Vereinsvorsitzende.

Das Theater stünde dann an einem historischen Ort Gatows. Als einziger der erhaltenen Bauernhöfe in Gatow wendet sich das markante Wohnhaus des denkmalgeschützten Beutel’schen Hofs mit seiner Giebelseite zur einstigen Dorfstraße. Bauer Friedrich Beutel, um 1870 als Gatower Ortsvorsteher genannt, ließ sein Haus vermutlich um 1890 erneuern. Um die Jahrhundertwende umfasste das Beutel’schen Gut darüber hinaus die beiden kleinen Wohnhäuser an der Straße Alt-Gatow 67 und 69. Hier wohnten unter anderem Gärtner, Fischer und Arbeiter. Der Kornspeicher ist heute nach der Kirche das zweitälteste Gebäude im Dorf. Durch Untersuchungen konnte man dessen Holzbalken auf 1763 datieren.

Die heutige Eigentümerin ist die Liselotte Beutel Stiftung. Sie fördert die Erforschung von Krebskrankheiten sowie die Ausbildung von Ärzten auf dem Gebiet der Krebsforschung und unterstützt Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Onkologie.


Michael Uhde / Ud
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