Angriffe gegen Polizisten: Erneut kommt es bei Polizeiaktionen zu Massenaufläufen

Gesundbrunnen. Bei zwei Polizeieinsätzen am 8. und 10. August hat eine aggressive Menschenmenge die Beamten angegriffen und beleidigt.

Landfriedensbruch, Beleidigung, Körperverletzung, versuchte Gefangenenbefreiung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte: Das ist die Bilanz zweier Einsätze in Gesundbrunnen. Am 8. August gegen 20 Uhr wurden die Beamten vom Abschnitt 36 zur Soldiner Straße/Ecke Koloniestraße gerufen, weil ein elfjähriger „kiezorientierter Mehrfachtäter“ in einem Auto immer wieder den Motor startete. Die Polizisten stellten ihn zur Rede und wurden beim Einsatz aggressiv vor allem von Familienangehörigen bedrängt. In wenigen Minuten kamen rund 70 Unbeteiligte dazu und riefen „haut ab, das ist unsere Straße“. Weil Platzverweise nicht befolgt wurden und die Polizisten den 21-jährigen Bruder wegen andauernder Beleidigung verhaften wollten, eskalierte die Situation und es kam zu Handgreiflichkeiten. Die Beamten mussten sich mit Pfefferspray wehren. Ein Polizist wurde beim Gerangel verletzt. Erst als weitere Polizisten mit Diensthunden eintrafen, beruhigte sich die Lage.

Friseur rastete aus

In der Badstraße kam es am 10. August ebenfalls zum Menschenauflauf, als Polizisten gegen 14.30 Uhr vor einem Friseurladen eine Frau kontrollieren wollten. Der Inhaber des Ladens beleidigte die Beamten und wollte einen Polizisten mit der Faust schlagen, als der seinen Ausweis sehen wollte. Der um sich schlagende 23-jährige Friseur konnte überwältigt und verhaftet werden. Bei dem Einsatz wurde ein Beamter verletzt. Während der Aktion mussten sich die Polizisten auch gegen etwa 30 Personen verteidigen, die aggressiv reagierten und den Einsatz stören wollten.

In dem Kiez kommt es immer wieder zu aggressiven Massenaufläufen und Angriffen gegen die Polizei. Abschnittsleiter Uwe Heller versucht dennoch, das Thema herunterzukochen und spricht von Zufall, dass es zwei solcher Ereignisse hintereinander gab: „Es gab lange keine Auffälligkeiten, wir haben in der Gegend keine Brennpunktlage.“ Die Zeiten, als die Polizei nur mit mehreren Streifenwagen patrouillierte, seien vorbei. Die Präventionsarbeit mit gemeinsamen Fußballturnieren und Festen zeige Wirkung und habe die Situation verbessert. Die jetzigen Vorfälle will die Polizei mit allen Beteiligten „nacharbeiten“. DJ
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