Kältefrei wegen Heizungsausfall: Kostenstreit nach Kesselhavarie

Marode Schule: Jetzt war auch noch die komplette Heizung an der mit 1300 Schülern riesigen Ernst-Reuter-Schule ausgefallen. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Ernst-Reuter-Schule |

Gesundbrunnen. Immer wieder Ärger mit kaputten Heizungen. Diesmal war die Ernst-Reuter-Sekundarschule an der Stralsunder Straße betroffen. Der Bezirk und die beauftragte Wartungsfirma streiten über Kostenübernahme.

14 Grad im Klassenzimmer, kältefrei für die Schüler. An der ohnehin maroden Ernst-Reuter-Schule waren alle drei Heizkessel ausgefallen. Von der Havarie betroffen war auch die benachbarte Gustav-Falke-Grundschule. Weil sich das Bezirksamt und die beauftragten Wartungsfirmen nicht einigen konnten, hatte sich die Reparatur ewig verzögert. Erst am 10. Oktober wurde es wieder warm in den Klassenzimmern. Die Reuter-Schule wollte sich zu dem Heizungsstress nicht äußern. Wie der für Immobilien zuständige Stadtrat Carsten Spallek (CDU) sagt, habe der Hausmeister bereits im August dem Bezirksamt gefaxt, dass zwei der drei Heizkessel seit Mai kaputt sind und die „Arge ESP Pool 18 die Beseitigung des Problems immer wieder verschoben hat“.

Führte die mangelnde Wasserqualität zum Schaden?

Die Arge ESP Pool 18 ist ein Firmenverbund, der bezirkliche Heizungsanlagen in Schulen und Turnhallen betreut. Spalleks Energieteam habe die Schadensmeldung sofort an die beauftragte Wartungsfirma mit Verweis auf Dringlichkeit wegen der beginnenden Heizperiode weitergeleitet. Dann begann der Streit, wer für die Kosten aufkommt und schuld an den kaputten Heizkesseln ist. Laut Spallek hätten die Firmen argumentiert, dass die mangelnde Wasserqualität zum Schaden der Kessel geführt habe. Als am 18. September auch noch der dritte Heizkessel den Geist aufgab und eine Beheizung gar nicht mehr möglich war, hat das Bezirksamt laut Stadtrat Spallek unabhängig von der endgültigen Klärung der Kostenübernahme die sofortige Reparatur beauftragt. Lieferzeiten von drei Wochen für die benötigten Ersatzteile hätten zu weiteren Verzögerungen geführt.

Carsten Spallek ist sicher, dass es ab April solche Probleme nicht mehr geben wird. Denn Ende März läuft der Energieeinsparvertrag zwischen Bezirk und der Arge ESP Pool 18 nach zwölf Jahren aus. Spalleks Abteilung Energie- und Ressourcenmanagement kümmert sich dann komplett um die Heizungsanlagen und das Energiecontrolling. Wegen „weniger Schnittstellen und eigenen Zuständigkeiten“ entfallen dann Diskussionen mit Dritten, sagt der Verantwortliche im bezirklichen Energieteam, Lars Ehrhardt.

200.000 Euro gingen bisher an den Bezirk

Der Energieeinsparvertrag wurde vor zwölf Jahren geschlossen. Für die Liegenschaften im Bezirk Mitte ist die sogenannte Arge ESP Pool 18 zuständig. Die Firmen betreuen insgesamt 64 Liegenschaften, vor allem Schulen und Turnhallen. Anfangs waren es 73 Gebäude. Mit dem Energiecontracting sollten die Heizungsanlagen modernisiert und optimiert werden. Der Bezirk spart dadurch jährlich 1,1 Millionen Euro Energiekosten. 900.000 Euro davon bekommt der Energiedienstleister, um die Anlagen zu warten und die Investitionen zu refinanzieren. Der Bezirk bekommt 200.000 Euro, so der Spar-Deal.

Da das Einsparpotenzial jetzt nicht mehr so gegeben ist wie am Anfang, macht ein Energiecontracting keinen Sinn mehr. Der Bezirk übernimmt deshalb wie geplant komplett den Betrieb der Anlagen. „Kommunikationsprobleme der Arge untereinander, fehlende Informationen gegenüber dem Bezirksamt sowie nicht eindeutige Zuständigkeiten aufgrund des Energieeinsparvertrages“, die Immobilienstadtrat Carsten Spallek für die Heizungsprobleme als Gründe nennt, entfallen dann. DJ
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