Degewo nimmt nach zehn Jahren Brunnen in Betrieb

Degewo-Vorstand Frank Bielka (links) und Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland starten in der Brunnenstraße 64 die Brunnensaison. (Foto: Dirk Jericho)

Gesundbrunnen. Die Wohnungsbaugesellschaft Degewo hat nach zehn Jahren Stillstand die zwei Brunnen in der Brunnenstraße saniert. Einen Namen haben sie bislang noch nicht.

Ein sprudelnder Brunnen ist auch immer ein Indiz dafür, dass alles im Kiez so einigermaßen in Ordnung ist. Wenn die Wasserspiele ausbleiben, verroten und als Mülleimer benutzt werden, sagt das viel über die Gegend. So war es auch im Brunnenviertel. Der Leerstand in den Häusern war recht groß, genauso wie die Probleme mit Dreck und Drogen. Ein schicker Brunnen auf der Promenade stand da nicht auf der Prioritätenliste. Und so wurden die Wasserspiele vor den Hausnummern 64 und 74 in der Brunnenstraße vor etwa zehn Jahren nicht mehr angestellt, die Gelder für Wartung und Betrieb gestrichen.

"Wir mussten in den letzten Jahren eher an grundlegende Sachen ran", sagt Degewo-Sprecher Lutz Ackermann. Dass die Brunnen jetzt wieder laufen, sei auch ein Symbol für die positive Entwicklung im Gebiet. "Das i-Tüpfelchen", wie Ackermann sagt. "Wir müssen über Leerstand nicht mehr klagen", betonte auch Degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka beim kleinen Festakt zur Wiederinbetriebnahme der vier Steinsäulen in der Brunnenstraße 64, aus denen jetzt wieder Wasser läuft.

Dass die Degewo 30 000 Euro für die Sanierung der Brunnen ausgegeben hat und den Anwohnern das Vergnügen dauerhaft spendieren will, sei auch "als eine Art Schlussstein" zu verstehen. Alles schön und gut, findet Peter Drinkewitz, der als einer der ersten Mieter 1982 in die Brunnenstraße gezogen ist. Viel wichtiger für die Lebensqualität ist für den 76-Jährigen jedoch, ob es einen Bäcker oder Supermarkt für die Leute gibt. Der "Supermarkt", vor dem an diesem Vormittag der Steinbrunnen eingeschaltet wird, ist heute ein Veranstaltungsort mit Bar. Früher gab es hier einen Kaisers.

Die Degewo hatte vor ein paar Jahren den meisten Ladenmietern gekündigt, um Kreative in das Problemviertel zu ziehen. Junge Modemacher wurden mit günstigen Mieten gelockt. Auch die "Supermarkt"-Macher profitieren von vergünstigen Mieten. Die Kreativen sollen den Imagewandel vom Problemkiez zum attraktiven Wohnviertel vorantreiben. Es gab auch mal Pläne für ein Outletcenter mit schicken Modeläden, noblen Markenshops und hochwertigen Restaurants. Weil das in der Brunnenstraße nicht klappt, hat die Degewo das Vorhaben wieder eingestampft.

Drinkewitz winkt da ab und zeigt auf den Einkaufsmarkt gegenüber, der abgerissen werden und einem Hotel weichen soll. Das interessiert die Leute hier.


Dirk Jericho / DJ
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