Empfangsgebäude soll 2014 fertig sein

So soll das neue Empfangsgebäude des Bahnhofs Gesundbrunnen auf dem Hanne-Sobek-Platz aussehen. (Foto: DB Station&Service AG, I.SBP Architekten und Ingenieure)

Gesundbrunnen. Nach jahrelangen Planungen für ein Empfangsgebäude auf Berlins größtem Umsteigebahnhof im Norden soll im April Baustart sein.

2012, 2013, 2014? Wird es diesmal was? Die Deutsche Bahn hat wieder einen Fertigstellungstermin für das langersehnte Bahnhofsgebäude auf dem tristen Hanne-Sobek-Platz bekanntgegeben. "In Kürze erteilen wir den Bauauftrag", sagte Bahnsprecher Gisbert Gahler. Im "März oder April" soll es losgehen. "Die Fertigstellung wäre dann Anfang 2014", so Gahler. Zuletzt war Anfang des Jahres ein Eröffnungstermin im Sommer 2013 genannt worden. Bisher gibt es auf der zugigen Betonplatte über den Gleisen lediglich ein paar Fahrkartenautomaten und einen Bahnkiosk. Das neue Terminalgebäude kostet etwa neun Millionen Euro. Die Bahnhofshalle ist eigentlich gar keine Bahnhofshalle, sondern ein überdachter Eingangsbereich. Denn auf der schmuddeligen Betonwüste an der Brunnenstraße wird eine riesige offene Dachkonstruktion mit großen Bullaugen zur natürlichen Beleuchtung gebaut. Unter dem Dach werden zwei Baukörper errichtet.

Die Gebäude mit Bahn-Reisezentrum, Läden und Restaurants stehen links und rechts einer Passage, die zu den Bahnsteigen führt und nehmen etwa die Hälfte der überdachten Fläche ein. Die Höhe des Stahldaches von 7,5 Metern kann man erst kurz vor den Abgängen zu den Gleisen erleben.

Auf der 5600 Quadratmeter großen Dachfläche soll Berlins größte innerstädtische Photovoltaikanlage Sonnenstrahlen in Energie umwandeln. Mit dem erzeugten Strom können 80 Einfamilienhäuser versorgt werden.

Mit dem Baustart endet eine jahrelange Planungsgeschichte. Obwohl über 100 000 Menschen täglich am Bahnhof Gesundbrunnen um-, ein- und aussteigen, gibt es dort bisher kein Empfangsgebäude. Die Baugenehmigung vom Eisenbahnbundesamt liegt seit zwölf Jahren vor.

Es gab in den letzten 15 Jahren über 20 Konzepte. Ursprünglich sollten Investoren das Gebäude errichten, in das sich die Bahn einmieten wollte. Es gab Pläne für ein Empfangsgebäude mit zwei sechsgeschossigen Bürotürmen an den Seiten, für das sich keine Mieter fanden. Auch eine abgespeckte Variante mit zwei Stockwerken wurde von der Bahn gestrichen. Wegen des benachbarten Gesundbrunnencenters war es schwierig, ausreichend zahlungskräftige Ladenmieter zu finden.


Dirk Jericho / DJ
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