Gesundbrunnen: Neuer Bahnhof Ende 2014 fertig

Auf dem Hanne-Sobek-Platz drehen sich die Kräne. Ende des Jahres soll das neue Empfangsgebäude fertig sein. (Foto: Dirk Jericho)

Gesundbrunnen. Nach ewigen Verzögerungen wird seit Anfang Januar wieder mit Hochdruck am neuen Empfangsgebäude auf dem Hanne-Sobek-Platz gearbeitet. Der Zugang vom Bahnhofsvorplatz zu den Gleisen ist seit dem 15. Januar gesperrt, der provisorische DB Store geschlossen.

Reisende kommen nur noch über den U-Bahnsteig, die Brückenaufgänge in der Swinemünder Straße oder über den Verbindungstunnel zu den Gleisen. Ein Zeichen, dass es jetzt endlich losgeht.

2012, 2013 und zuletzt 2014 - immer wieder wurden die Eröffnungstermine für die neue Bahnhofshalle verschoben. Jetzt gibt die Bahn Gas. Wie Bahnsprecher Gisbert Gahler sagt, laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Am Jahresende soll die Halle fertig sein, so dass die Mieter ihre Läden einrichten können. Die offizielle Eröffnung ist im Frühjahr 2015 geplant.

Zuletzt hatten Bahn und Baufirma über den weiteren Bauablauf und den Terminplan gestritten. Die Planungen mussten teilweise geändert werden. So gab es statische Probleme mit der Betonplatte, die für das neue Gebäude neu aufgebaut werden musste. Nun drehen sich die Kräne, Betonwände für die Baukörper und Stahlträger für die Dachkonstruktion wachsen in den Himmel. Das neue Terminalgebäude kostet rund zehn Millionen Euro. Die Bahnhofshalle ist eigentlich gar keine Halle, sondern ein überdachter Eingangsbereich. Auf der Betonplatte wird eine riesige offene Dachkonstruktion aus Stahl, Glas und Beton mit großen Bullaugen zur natürlichen Beleuchtung gebaut. Unter dem Dach stehen Gebäude für das Bahn-Reisezentrum, den DB Infopoint, die Bundespolizei und zwölf weitere Geschäfte vom Imbiss über Blumenladen bis zum Reisebedarf.

Eine Passage führt zu den Bahnsteigen. Die Höhe des Stahldaches von 7,5 Metern kann man erst kurz vor den Abgängen zu den Gleisen erleben. Die überdachte Fläche ist 7400 Quadratmeter groß. Auf dem Dach wandelt eine 6000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage - Berlins größtes innerstädtisches Solardach - Sonnenstrahlen in Energie um. Mit dem erzeugten Strom können 80 Einfamilienhäuser versorgt werden.

Mit dem neuen Empfangsgebäude endet eine jahrelange Planungsgeschichte. Obwohl über 100.000 Menschen täglich am Bahnhof Gesundbrunnen um-, ein- und aussteigen, gibt es dort bisher keinen richtigen Bahnhof.

Die Baugenehmigung vom Eisenbahnbundesamt liegt seit 14 Jahren vor. Es gab in den letzten 15 Jahren über 20 Konzepte. Ursprünglich sollten Investoren das Gebäude errichten, in das sich die Bahn einmieten wollte. Es gab auch Pläne für ein Empfangsgebäude mit zwei sechsgeschossigen Bürotürmen an den Seiten, für das sich keine Mieter fanden.


Dirk Jericho / DJ
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