Groth Gruppe entwickelt Wohngebiet am Mauerpark

Der Entwurf von Carsten Lorenzen ist Grundlage für weitere Planungen. Der freie Grünstreifen wird wohl enger werden. (Foto: Prof. Dipl. Arch. Carsten Lorenzen APS)

Gesundbrunnen. Der Berliner Bauunternehmer Klaus Groth wird mit seiner Groth Gruppe das neue Quartier nördlich der Gleimbrücke entwickeln. Details will Groth den Anwohnerinitiativen Ende Januar vorstellen.

Groth hat das 3,5 Hektar große Grundstück vom bisherigen Eigentümer, der österreichischen Immobilien-Investmentgesellschaft CA Immo, gekauft und ist dem städtebaulichen Vertrag beigetreten. Senat und CA Immo hatten sich Ende letzten Jahres im sogenannten Mauerparkvertrag darauf geeinigt, dass die Freifläche nördlich der Gleimbrücke mit bis zu 600 Wohnungen bebaut werden darf. Im Gegenzug hatte CA Immo dem Land Berlin die sieben Hektar südlich der Gleimbrücke für die Mauerparkerweiterung übertragen. Fünf Hektar sollen als Park gestaltet werden; zwei Hektar im Süden werden als "parkverträgliche Nutzungen" an die Betreiber von Flohmarkt und Mauerseglerkneipe verpachtet.

Das Grün-gegen-Baurecht-Geschäft ist umstritten. Anwohnerinitaitven ist vor allem das Wohngebiet mit 58 000 Quadratmetern Geschossfläche (etwa 600 Wohnungen) viel zu massiv. Grundlage laut Vertrag ist der Entwurf des Architekten Carsten Lorenzen. Sein Konzept sieht mehrere Quartiere mit bis zu sechs Etagen hohen Stadtvillen vor.

Groth lässt derzeit den Masterplan von fünf Architektenbüros überarbeiten. Ihm sind die Innenhöfe im Lorenzen-Plan viel zu eng. Statt 28 Meter von Haus zu Haus will er mindestestens 45 Meter. "Wir werden die Blöcke erheblich aufweiten und Gebäudeteile rausnehmen", sagte er. Im Vordergrund stehe die Wohnqualität. Die möglichen 58 000 Quadratmeter will er "nicht ausbeuten". Er ist sich sicher, dass am Ende "weniger als 600 Wohnungen" rauskommen. Das von der Bürgerwerkstatt geforderte grüne Band von 25 Metern Breite auf der östlichen Seite werde wahrscheinlich kleiner, da die Bebauung auseinandergezogen wird.

Ende Januar will Groth den Bürgerinitiativen "vier bis fünf Modelle vorstellen". Er ist für "größte Transparenz" und lädt alle ein, gemeinsam über das Projekt zu diskutieren. "Wir haben nichts zu verbergen", sagte Groth, der die "Emotionen herausnehmen und seine Pläne im Dialog erläutern will". Der Unternehmer verspricht eine "soziale Durchmischung". So sollen etwa die Hälfte der Wohnungen als Eigentumswohnungen verkauft werden. Die andere Hälfte sollen Mietwohnungen werden. Wenn das Land Berlin geförderten Wohnungsbau wolle, seien Kaltmieten von 6,50 bis 8,50 Euro machbar. Auch Baugruppen und Genossenschaften sind willkommen.

Die Groth Gruppe (Beuth-Höfe am Spittelmarkt, Diplomaten Park in Tiergarten, Flottwell Living am Gleisdreieck) investiert 150 Millionen Euro für das Wohnquartier am Mauerpark. Baubeginn soll im Sommer 2014 sein. 2017 ist alles fertig.


Dirk Jericho / DJ
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