Sprint-Förderunterricht kann vorerst weitergehen

Kinder erhalten im Medienhof Wedding und an sechs Schulen Nachhilfeunterricht von Lehramtsstudenten. (Foto: Stiftung Mercator)

Gesundbrunnen. In einem offenen Brief an den Senat haben über 1000 Schüler, Lehrer, Eltern und Studenten den Erhalt des Bildungsprojektes Sprint und eine dauerhafte Förderung gefordert.

Rund 300 Kinder und Jugendliche bekommen wöchentlich von Lehramtsstudenten Nachhilfe. Die Kids, fast ausschließlich Migrantenkinder, büffeln Deutsch und Mathe, machen Computerkurse oder bereiten sich auf Prüfungen vor. Seit 2006 bietet der Verein RAA Berlin (Regionale Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule e. V.) im Medienhof Wedding in der Prinzenallee 25/26 und an mehreren Schulen das für diese Kinder so wichtige Sprachprojekt Sprint. Der Projektname steht für Sprache und Integration. Sprint-Projektleiter Herbert Weber hangelt sich von Jahr zu Jahr. Die private Mercator-Stiftung aus Essen hatte Geld für die ersten drei Jahre gegeben, dazu kamen Fördermittel vom Quartiersmanagement für das wichtige Programm. Weber konnte danach noch Gelder über die Lottostiftung auftreiben; wegen der drohenden Schließung des Projektes gab die Mercator-Stiftung 2011 und 2012 noch mal eine Finanzspritze.

Ende vergangenen Jahres appellierten Anwohner, Eltern, Schüler, studentische Förderlehrer und die Direktoren der sechs Kooperationsschulen in einem offenen Brief an Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Integrationssenatorin Dilek Kolat, das Sprint-Projekt nicht untergehen zu lassen. "Wir brauchen eine dauerhafte Förderung in den Brennpunktkiezen", so Weber. Katastrophal seien die Zustände, wenn Förderstunden gekürzt und Klassen vergrößert werden, so Weber.

Dank weiterer Spenden konnte der Sprint-Chef jetzt verkünden, dass die etwa 50 Studenten auch in den kommenden sechs Monaten bezahlt werden können. Unter anderem hatte eine ehemalige Schülerin und Sprint-Teilnehmerin bei ihrer Firma Hochtief für das Projekt geworben und 5000 Euro an Land gezogen. Etwa 130 000 Euro braucht Weber jährlich, um das Projekt zu finanzieren.

Und vielleicht geht seine Forderung nach einem Sofortprogramm für Brennpunktkieze in Erfüllung. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh und Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky hatten Ende Dezember ein Förderprogramm für Brennpunktschulen vorgeschlagen. Demnach sollen ab 2014 rund 100 Schulen in sozial schwierigen Lagen je 100 000 Euro bekommen. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) hat seine Zustimmung signalisiert. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) unterstützt das Vorhaben.

Mehr Informationen zum Projekt unter: www.foerderunterricht-sprint.de.

Dirk Jericho / DJ
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