Bündnis will Bahntrasse zum Humboldthain

Die Liesenbrücke ist gesperrt. Am Zaun geht es nicht weiter. (Foto: Julien Jericho)

Gesundbrunnen. Zum Tag des offenen Denkmals am 14. September wirbt das Bündnis Liesenbrücken ab 14 Uhr mit Führungen, Vorträgen und Kino unter dem Stahlmonster dafür, das stillgelegte Baudenkmal für eine Grünverbindung vom Park am Nordbahnhof zum Volkspark Humboldthain zu nutzen.

Die mächtige Stahlkonstruktion über dem Kreisverkehr an der Gartenstraße, Liesenstraße und Scheringstraße rostet seit Jahrzehnten vor sich hin. Bäume wachsen zwischen den Stahlträgern, die Gleise sind seit über 60 Jahren abgebaut. Außer den NVA-Soldaten im früheren Grenzstreifen kam Jahrzehnte niemand ran von südlicher Seite. Und auch heute versperrt ein Zaun den Zugang auf die vor 120 Jahren gebauten Liesenbrücken. Früher ratterten hier Züge vom Stettiner Bahnhof Richtung Ostsee. Doch die Gleise wurden mit Abriss des Stettiner Fernbahnhofs (heute Nordbahnhof) 1952 abgerissen.

Das 2013 gegründete Bündnis Liesenbrücken will die Bahntrasse öffnen und den Park am Nordbahnhof mit dem 600 Meter entfernten Humboldthain verbinden. Die Architekten des Nordbahnhofparks hatten diese Grünverbindung bereits 2005 geplant. Doch die Brücke gehört der Bahn, wie der Senat betont.

Es gibt verschiedene Pläne und Visionen von Initiativen, wie man das imposante Industriebauwerk nutzen kann. 2013 hatte des Bürgernetzwerk "Grünzüge für Berlin" Pläne präsentiert, die genietete Fachwerkbrücke zum Eingangstor für den Technologiepark Humboldthain (TPH) zu machen; als Lehrpfad mit Themenstationen zur Industriegeschichte entlang der einstigen Gleise. Auch die Firmen des TIP könnten sich dort präsentieren. Brücke und Lehrpfad sollen mit modernster LED-Technik beleuchtet und inszeniert werden, so die Pläne. Das Nutzungskonzept hatte das Bezirksamt in Auftrag gegeben. Der Technologiepark unterstützt das Projekt und ist Mitglied im Liesenbrückenbündnis.

Bisher bewegt sich aber nichts in Sachen Brückenöffnung, wie Nicola Boelter vom Projekt Liesenbrücken sagt. Weder die Bahn noch der zum Denkmaltag eingeladene Bausenator Michael Müller (SPD) hätten sich geäußert. Die Bahn schickt zumindest einen Experten, der über den Umgang mit nicht mehr in Funktion befindlichen Bahnbauwerken referiert. Rosemarie Helmerich von der Bundesanstalt für Materialforschung hält einen Vortrag zu "Genieteten Fachwerkbrücken der Epoche". TU-Studenten vom Fachbereich Stahlbau präsentieren ihre Ideen, wie man die Brücke nutzen könnte. Vor ein paar Jahren hatte ein Architekt im Bezirksamt Pläne für einen Hotelbau auf der Liesenbrücke vorgelegt. Bisher sind das alles nur Visionen.

Die Führungen und Vorträge am 14. September beginnen um 14 Uhr und um 16 Uhr. Treffpunkt ist auf dem Kreisel unter den Brücken. Ab 19 Uhr gibt es Kino unter den Brücken. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Details zu den Liesenbrücken und zum Bündnis unter www.liesenbruecken.de.

Dirk Jericho / DJ
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