Julia Pankratyeva erhielt Neuköllner Ehrennadel

Julia Pankratyeva bastelt für eine Jubiläumsfeier: Vor 15 Jahren begann ihr Verein ImPuls als Integrationsprojekt im Gemeinschaftshaus. (Foto: Silvia Baumeister)

Gropiusstadt. Im Dezember ehrte der Bezirk zwei Frauen und vier Männer mit der Ehrennadel, der höchsten Auszeichnung, die er zu vergeben hat. Die Ukrainerin Julia Pankratyeva, Leiterin des Vereins ImPuls, gehörte dazu. Seit 15 Jahren bringt sie Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Generationen zusammen.

Wer seit längerer Zeit in der Gropiusstadt lebt oder öfter ins Gemeinschaftshaus geht, kommt an Julia Pankratyeva nicht vorbei: Jeden Tag ist die 57-jährige Ukrainerinhier in den Räumen ihres Vereins ImPuls ebenso anzutreffen wie auf zahlreichen Veranstaltungen im Bezirk. Unermüdlich setzt sie sich für einen Austausch der Kulturen und Generationen ein und stellt dabei viele Angebote auf die Beine, die von etwa 250 Menschen wöchentlich im Gemeinschaftshaus genutzt werden.

Dazu gehören Workshops für Kinder und Erwachsene, Computerkurse, Unterricht mit Musikinstrumenten, Handarbeitskurse, Sport, Ausflüge und Stadtbesichtigungen. Entwickelt hat sich diese Arbeit aus einem kleinen Gesprächskreis für Aussiedler, von dem Julia Pankratyeva 1997, kurze Zeit nach ihrer Ankunft aus der Ukraine, in einem Inserat las. "Ich dachte damals, ich kann hier vielleicht ein paar Menschen aus meiner Heimat kennenlernen, denn ich sprach noch kaum Deutsch", erzählt sie. Weil sie sich schnell und gern in der vom Kulturamt geförderten Gruppe engagierte, gab es bald musikalische Abende und Stadtführungen in russischer Sprache.

Nachdem sie die Leitung des Projekts übernommen hatte, kamen Sprach-, und Integrationskurse sowie Beratungsangebote hinzu. Aus dem Projekt gründete sich vor zehn Jahren der gemeinnützige Verein, der sich mit Spenden und Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt vom Quartiersmanagement finanziert. Auch das Bezirksamt unterstützt den Verein nach wie vor mit der kostenlosen Überlassung der Räume im Gemeinschaftshaus.

"Manchmal ist es schwierig, Geld für unsere Arbeit aufzutreiben. Aber irgendwie haben wir es immer geschafft", sagt Julia Pankratyeva, die im Laufe der letzten Jahre weitere Projekte mit ihrem Verein realisiert hat. So finden sich Nachbarn beim "Interkulturellen Treffpunkt" zusammen. Dort heißt es einmal in der Woche "Kochspaß und Esslust", wenn gemeinsam nationale und internationale Gerichte zubereitet werden.

Seit vier Jahren gibt es zudem Veranstaltungen unter dem Titel "Begegnung der Kulturen". Unterschiedliche Grupppen stellen sich mit Musik, Tanz und Gesang vor. Einmal jährlich werden die Höhepunkte dieser Begegnungen auf großer Bühne im Gemeinschaftshaus präsentiert.

Für Julia Pankratyeva ist kein Ende ihrer Vereinsarbeit absehbar. Denn für sie steht fest: "Gute Nachbarschaft und Integration gehören zusammen und sind wichtig für mich. Und der Verein ist meine Familie geworden."


Sylvia Baumeister / SB
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