Bezirk beginnt mit Sicherungsarbeiten an "Riviera" und "Gesellschaftshaus"

Vom Krankorb aus legen die Denkmalschützer fest, welche Sicherungsarbeiten ausgeführt werden müssen. (Foto: Ralf Drescher)

Grünau. Am 13. November gegen 8 Uhr fährt vor den beiden historischen Gaststätten "Riviera" und "Gesellschaftshaus" an der Regattastraße der Kranwagen einer Dachdeckerfirma vor.

Christian Breer, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirks, lässt sich mit einem Korb über das Dach des Restaurantkomplexes fahren. Wenig später ist er wieder auf dem Boden. Die Kranfahrt diente der Vorbereitung der Sicherungsarbeiten, die der Bezirk jetzt gegen den Willen des Eigentümers vor Gericht durchgesetzt hat. "Ich habe noch einmal den Zustand des Dachs geprüft, an einer Stelle dringt Wasser in das Gesellschaftshaus. In den nächsten Tagen wird ein Gerüst aufgestellt und dann reparieren wir die defekten Regenrinnen, damit die Außenwände nicht weiter durchnässt werden", berichtet der Denkmalschützer.

Damit Bezirksamtsmitarbeiter und Handwerker überhaupt auf das Grundstück dürfen, musste der Bezirk vom Gericht eine Duldungsanordnung ausstellen lassen. Die Eigentümerin war mehrfach aufgefordert worden, die denkmalgeschützten Bauten gegen Wetter und Vandalismus zu sichern. Selbst ein Vororttermin des Verwaltungsgerichts brachte keine Lösung. Der Rechtsbeistand der Eigentümerin hatte nach Aussage des Bezirks gegen die Sicherungsanordnungen alle denkbaren Rechtsmittel eingelegt und damit das Verfahren verzögert.

Die jetzigen Sicherungsarbeiten werden im Auftrag des Bezirksamts im Rahmen einer Ersatzvornahme ausgeführt. Die Kosten, rund 40 000 Euro, werden vom Bezirk vorgeschossen und dann als Grundschuld zu Lasten des Eigentümers ins Grundbuch eingetragen.

Die Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Gaststätten waren bis nach dem Ende der DDR in Betrieb und verfielen nach der Schließung zusehends. Der Kauf durch eine türkische Geschäftsfrau brachte keine Verbesserungen. Nach Auffassung vieler Grünauer besteht bei den Eignern kein Interesse, in ein Denkmal zu investieren.


Ralf Drescher / RD
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