Bezirk bereitet Sicherung von Baudenkmalen vor

So sieht das "Gesellschaftshaus" vom früheren Biergarten aus gesehen aus. (Foto: privat)

Grünau. Seit rund 20 Jahren vergammelt an der Regattastraße ein Stück vom historischen Grünau. Die Gaststätten "Riviera" und "Gesellschaftshaus" waren nach langem Leerstand im Jahr 2006 verkauft worden.

Die türkische Käuferin, die beide denkmalgeschützte Bauten für den Schnäppchenpreis von 650 000 Euro erworben hatte, zeigte bisher kein Interesse am Denkmalwert der Immobilie. Den Mitarbeitern der bezirklichen Denkmalschutzbehörde wurde sogar der Zutritt verwehrt.

Ende November konnte der Bezirk das Areal mit den verfallenen Gebäuden unter Polizeischutz betreten. Die Fenster sind zerschlagen, Wandverkleidungen wurden abgerissen und an einigen Stellen fließt Regenwasser durch das Dach.

Der Bezirk bemüht sich seit Längerem um eine Wintersicherung der Bausubstanz. Gegen eine entsprechende Sicherungsanordnung der Denkmalschützer hatte die Eigentümerin Klage eingereicht. Die gerichtliche Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen. Das Verwaltungsgericht Berlin hat nun am 28. November den Antrag der Eigentümerin auf vorläufigen Rechtsschutz abgelehnt. Sie wollte erreichen, dass die Sicherungsmaßnahmen bis zur rechtskräftigen Entscheidung über die Klage ausgesetzt werden. Nun kann der Bezirk die Ersatzvornahme auf Kosten der Eigentümerin einleiten.

Der Bezirk hatte die Sicherungsanordnung bereits im April erlassen, weil Sorge besteht, dass die ungeschützten Bauten den nächsten Winter nicht überstehen. Für Notdächer und Planen sind mindestens 30 000 Euro veranschlagt. "Es bleibt abzuwarten, ob die Eigentümerin gegen den aktuellen Gerichtsbeschluss Rechtsmittel einlegt. Währenddessen bereiten wir die Ersatzvornahme aber vor", teilt Ulrike Zeidler, die Leiterin des bezirklichen Stadtentwicklungsamts mit.

Bei den Grünauern kommt das Hinauszögern von Rettungsmaßnahmen durch die Eigentümerin, die immerhin seit sieben Jahren im Besitz der Immobilie ist, nicht gut an. Vermutet wird, dass sie aufgrund der besseren Verwertbarkeit des Areals darauf setzt, dass sich der Denkmalwert von "Riviera" und "Gesellschaftshaus" durch Vergammeln ins Nichts auflöst. Dabei gab es Angebote von Mitgliedern des Bürgervereins Grünau, Kontakte zu interessierten Investoren, die eine Hotelnutzung mit Gaststätten vorschlagen, zu vermitteln.

Eine Internetseite mit Informationen finden Sie unter www.riviera-retten.de.

Ralf Drescher / RD
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