Sara Montone lebt ein Jahr lang in Grünau

Anna-Lena und Yvonne Wagner mit dem Familienmitglied auf Zeit, Sara Montone (von links). (Foto: Ralf Drescher)

Grünau. Dirk (49) und Yvonne Wagner (40) haben Zuwachs bekommen. Zu ihren vier eigenen Kindern gesellte sich im September 2012 noch Sara Montone (17). Die junge Römerin kam als Austauschschülerin nach Berlin.

Am 17. September kam Sara in die Familie. Und sie sprach kein einziges Wort Deutsch. "Die Familie hat sämtliche Einrichtungsgegenstände mit Zetteln versehen, auf denen die deutschen Begriffe standen", erinnert sich Sara Montone an die ersten Tage in Grünau. "Wir hatten bereits vor zwei Jahren eine französische Austauschschülerin in unserer Familie. Gern wollten wir wieder einmal einem jungen Besucher eine Heimat auf Zeit geben, nachdem sich der Familienrat positiv dafür entschieden hatte", erzählt Yvonne Wagner.

Eigentlich sollte ein englischer Muttersprachler kommen, aber den hatte AFS Interkulturelle Begegnungen, der Austauschträgerverein, dann nicht im Angebot.

Zum Glück sprechen Sara Montone und die Wagners Englisch. Die Römerin ging von Anfang an in die 11. Klasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in der Oberspreestraße und besuchte parallel dazu einen Deutschkurs an der Volkshochschule. "Da gibt es eine Lateinlehrerin, die spricht auch Italienisch und kann bei Problemen helfen", sagt Sara. Inzwischen helfen sich Sara und die Wagners auch schon gegenseitig. Tochter Anna-Lena (13) geht auf die Evangelische Schule Köpenick und lernt dort Spanisch. "Da konnte mir Sara schon einige Tipps geben", sagt sie. Die Freizeit verbringt die ganze Familie oft gemeinsam. In den Winterferien geht es für eine Woche zum Skifahren in die Schweiz. "Das habe ich bereits vor Jahren beim Urlaub in Südtirol gelernt", freut sich Sara bereits jetzt auf den Ferienausflug.

Den Kontakt ins heimatliche Rom hält die junge Frau telefonisch übers Internet. "Mehrmals im Monat rufe ich meiner Mutter und meinen Bruder an", erzählt Sara Montone.

Nach gut einem Vierteljahr in Berlin spricht sie bereits sehr ordentlich Deutsch. Das Schuljahr wird übrigens für das Abitur in Rom voll anerkannt, allerdings sind einige Zusatzprüfungen nötig. Später möchte Sara Psychologie oder Jura studieren, eventuell sogar in Deutschland. "Wegen der besseren wirtschaftlichen Situation kann ich mir sogar vorstellen, später hier zu leben", erzählt sie.


Ralf Drescher / RD
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden