Pferdestärken für die Waldarbeit

Während "Kollege" Moritz arbeitet, bekommt Feger von Revierförsterin Ulrike Kreplin Streicheleinheiten. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Revierförsterei Grünau |

Grünau. Neben Kleintransportern und Arbeitsmaschinen stehen auf dem Hof von Revierförsterin Ulrike Kreplin (33) an der Regattastraße noch zwei ganz besondere "Arbeitsgeräte". Die Kaltblüter Moritz (5) und Feger (8) sind die einzigen Rückepferde im Bereich des Forstamts Köpenick.

Die beiden Arbeitspferde haben im Oktober vorigen Jahres die Nachfolge von Doc und Dom angetreten, die mit 20 Jahren in den Ruhestand gegangen sind und bei einem Mitarbeiter des Landesforstamts ihr Gnadenbrot bekommen.

„Unsere Berliner Wälder sind als Naturland zertifiziert, da wird eine bodenschonende Bearbeitung verlangt. Die Alternative wären schwere Arbeitsmaschinen. In Naturschutzgebieten wie am Teufelssee und der Krummen Lanke müssen wir mit Pferden arbeiten“, erzählt Revierförsterin Ulrike Kreplin.

Die Arbeit, das ist überwiegend der Transport von gefällten Bäumen aus dem Wald heraus. Dafür bekommen Moritz und Feger ein Kummet angeschirrt, mit einer Stahlkette werden die Baumstämme daran befestigt.

Während Traktor oder Lkw nicht jeden Tag gepflegt werden müssen, brauchen die beiden Rückepferde auch am Wochenende ihre Betreuung. Forstwirtin Janine Birkholz (29) und ihr Kollege Robert Springer müssen füttern, ausmisten und die Pferde auf der Koppel beschäftigen. Leckerlis – darunter Äpfel und Möhren – bekommen die beiden vierbeinigen Waldarbeiter auch schon mal von Revierförsterin Ulrike Kreplin. Ansonsten sind die Tiere genügsam. Sie brauchen nur Wasser, Heu, gelegentlich Kraftfutter und alle acht Wochen den Hufschmied. Mehrmals im Jahr schaut die Tierärztin vorbei.

Als die Pferde durch die Berliner Forsten übernommen wurden, waren sie bereits ausgebildet. Zur „Bedienung“ gehören zahlreiche Kommandos wie „Hüh“ (dann geht’s los), „Birr“ (stehenbleiben), „Wist“ (links) und „Hott“ (rechts). Bei „Zupp“ legen Feger und Moritz den tierischen Rückwärtsgang ein.

Wie auch ihre menschlichen Kollegen bekommen die Rückepferde Urlaub. Im Sommer ziehen sie für vier Wochen auf eine saftige Weide in Brandenburg. RD
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