Krankenhaus modernisiert OP-Bereich: Diakonie-Chef Mörsberger kritisiert Fördermittel

OP-Säle wieder auf dem letzten Stand der Technik, darüber freuen sich Lutz Fritsche, Medizinischer Vorstand der Paul Gerhardt Diakonie, Fredericke Fürst, Geschäftsführerin des Martin-Luther-Krankenhauses, Dilek Kolat, Andreas Mörsberger und Carsten Engelmann. (Foto: Matthias Vogel)
Berlin: Martin-Luther-Krankenhaus |

Grunewald. Das Martin-Luther-Krankenhaus hat seinen zentralen OP-Bereich vergrößert und modernisiert. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) inspizierte das Ergebnis des 8,38 Millionen Euro teuren Umbaus und sicherte zu, sich weiter für eine Steigerung der Investitionszuschüsse für die Berliner Kliniken im Senatshaushalt einzusetzen.

Die Baumaßnahme umfasste die Ausstattung von sechs OP-Sälen des Krankenhauses an der Caspar-Theyß-Straße mit modernster Technik. Die Gesamtfläche des Bereichs wurde wie der ebenfalls runderneuerte Aufwachraum erweitert. Der Senat stellte für den Umbau Fördermittel in Höhe von 4,8 Millionen Euro zur Verfügung, den Rest trägt das Krankenhaus selbst.

Das Martin-Luther-Krankenhaus ist ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie. Deren Vorstandsvorsitzender Andreas Mörsberger bedankte sich für die finanzielle Unterstützung, nutzte die Gegenwart der Gesundheitssenatorin Dilek Kolat aber auch für einen Appell an die Politik, in den Etatgesprächen doch bitte eine Erhöhung der Fördermittel zum Thema zu machen. Die Modernisierung des OP-Bereichs sei nur eine Maßnahme eines ganzen Investitionsprogramms, mit dem sich die Klinik fit für die Zukunft machen wolle. Von 2013 bis 2017 seien 28 Millionen Euro investiert worden, in den kommenden drei Jahren kämen noch einmal 18 Millionen Euro hinzu. Von den insgesamt 46 Millionen würden nur 14 Millionen Euro über Fördermittel gedeckelt. „Das erzeugt bei uns durchaus einen wirtschaftlichen Druck“, sagte Mörsberger. Seine Kritik bezöge er nicht nur auf das eigene Krankenhaus. Der Krankenhausbereich sei in Berlin generell unterfinanziert, im Vergleich zu anderen Bundesländern die Investitionspauschale deutlich niedriger angesetzt.

Kolak sieht erste Verbesserungen bei Finanzierung

Mit seinem Appell rannte der Vorstandsvorsitzende bei Kolat offene Türen ein. „Berlin ist eine wachsende Stadt, und die Kapazitäten der stationären Versorgung müssen mitwachsen“, sagte sie. Mit ihrem Amtsantritt habe sie festgestellt, dass das Land Berlin seiner Aufgabe, in die Krankenhäuser zu investieren, nicht ausreichend nachgekommen sei. „Zwei Milliarden Euro Investitionsstau sind für mich bei den Verhandlungen ein gutes Argument.“ Kolat betonte aber auch, dass sich schon etwas bewegt habe. Im Doppelhaushalt seien für das Jahr 2018 120 Millionen Euro als Investitionspauschale eingestellt. „Das ist zu den 109 Millionen Euro aus 2017 schon eine Steigerung, wobei in dieser Zahl auch noch 30 Millionen Bundesmittel versteckt waren.“ Für das Jahr 2019 sind 140 Millionen Euro veranschlagt, mittelfristig solle der Etat die bundesweit durchschnittlichen 150 Millionen Euro betragen und zum Ende der Legislaturperiode sogar 180 Millionen Euro.

Gesundheitsstadtrat Carsten Engelmann (CDU) lobte die Verantwortlichen des Martin-Luther-Krankenhauses angesichts des eingesetzten Eigenkapitals ausdrücklich. „Weil Sie sich dennoch nicht gescheut haben, diese wichtige und erforderliche Baumaßnahme in Angriff zu nehmen.“ maz
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