Idee der Bücherbox erhielt erneut Auszeichnung

Konrad Kutt ist Erfinder der politisch-literarischen Telefonzelle "Bücherbox". (Foto: Wecker)

Grunewald. Bereits zum zweiten Mal wurde die Bücherbox von der deutschen UNESCO als offizielles Projekt der Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet.

Die Bücherbox ist ein öffentliches Bücherregal, aus dem Bücher entnommen, ausgetauscht und hineingestellt werden können. Diese weitverbreitete Einrichtung hat Prof. Konrad Kutt zu einem nachhaltigen Jugendprojekt in Form einer Telefonzelle weiterentwickelt. Er gründete nach seiner Pensionierung in der Trabener Straße 14b das Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur. Dort setzt er seine Erfahrung in der Berufsausbildung mit der Idee fort, die Einheit von Ökologie, Ökonomie und Gemeinnutz mit der Lehrausbildung zu verbinden. Er ließ nicht mehr benötigte Telefonzellen von Lehrlingen zu öffentlichen Büchertauschboxen umbauen. Schließlich waren daran 16 Lehrlinge aus fünf Gewerken beteiligt. Es waren Metall- und Zimmerer, Farb- und Lackierarbeiten notwendig. Es kamen Elektroniker hinzu, die auf dem Dach eine Solarzelle montierten, sodass auch nachts Bücher getauscht werden können. Eine Ausbildungsklasse der AOK führte am Rüdesheimer Platz, wo eine Zelle sechs Monate stand, eine Befragung durch, die erwies, dass die Box von den Anwohnern geradezu begeistert angenommen wurde. Vor dem Kiezbüro in der Mierendorffstraße 6 sind Leute gesehen worden, die mit einem Lieferwagen zum Büchertausch vorfuhren.Inzwischen wurde ein Konsortium gebildet, um weitere Zellen umzurüsten. Daran wird in der Ausbildungswerkstatt von AEG Signum gearbeitet. Beteiligt sind das Sägewerk Grunewald, das Spandauer OSZ Tiem und die Jugendkunstschule. Mit der Kampagne "Schenk ein Buch aus der Zelle" will Konrad Kutt eine neue Kultur im Umgang mit gebrauchten Gütern schaffen.

Inzwischen gibt es in Berlin acht Boxen: eine flexible und eine fixe in Spandau, in Weißensee, Zehlendorf, in Wedding und eine deutsch-französische am Pariser Platz, in Charlottenburg am Mierendorffplatz und eine besondere im Grunewald, die inhaltlich Bezug auf das Mahnmal Gleis 17 nimmt. Inzwischen wurde dieses Projekt auch von Initiativen in Norwegen, Dänemark, Polen und Frankreich aufgegriffen.


Frank Wecker / FW
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