Rettungsschwimmer der DLRG erleben arbeitsreichen Sommer

Behütete Badegäste: Notfalls schwingt sich Christopher Langen auf sein Rettungsboard, um in Gefahr geratene Schwimmer an Land zu bringen. (Foto: Schubert)

Grunewald. Auf die Rettungsboards und ab ins Wasser: Die DLRG im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf veranstaltete vergangene Woche ein Trainingslager am Teufelssee, um sich für die bevorstehenden Wettkämpfe zu rüsten. Sportlicher Ehrgeiz und Schutz für Schwimmer gehen Hand in Hand. Reporter Thomas Schubert sprach mit Wachdienstleiter Christopher Langen (29), der sich für die Rettungsschwimmer-Weltmeisterschaften in Montpellier trimmt - und ansonsten über die Sicherheit der Badegäste sorgt.

Wie verlief der Sommer 2014 bisher aus Ihrer Sicht?

Christopher Langen: Im Juli hatte die DLRG ein dramatisches Wochenende, an dem in Deutschland 19 Menschen ertrunken sind. Auch in unserem Bereich hatten wir relativ viele Einsätze, die aber selten etwas Schlimmes nach sich zogen. Am Stößensee mussten wir zum Beispiel bei einem Unwetter innerhalb einer halben Stunde acht Einsätze fahren und gekenterte Segler aus dem Wasser holen. Ansonsten hatten wir im Juli einen extremen Badebetrieb mit bis zu 2000 Gästen pro Tag am Teufelssee. Wir können froh sein, dass wir in Berlin so breit aufgestellt sind - in anderen Bundesländern ist die Lage schwieriger.

Was sind typische Gefahren, denen sich Badegäste aussetzen?

Christopher Langen: Hier am Teufelssee sollte man immer darauf achten, dass man nicht zu schnell ins Wasser geht und Baumstümpfe übersieht. Gerade jetzt, wo das Wasser wegen Algen trüber wird. An der Havel sind Schilf und Seerosen zu beachten. Man kann sich leicht in solchen Schlingpflanzen verfangen. Und generell sind in Berlin Gewässer mit Schifffahrt zu meiden.

Die DLRG Charlottenburg-Wilmersdorf zeigt Präsenz am Teufelssee und Stößensee. Was raten Sie Erholungssuchenden, die an unbewachten Stellen von Gewässern baden gehen?

Christopher Langen: Es gibt einen Hang, von den Badestellen ins offene Wasser hinauszuschwimmen. Aber an unbeaufsichtigten Badestellen würde ich dazu raten, parallel zum Ufer zu schwimmen. Das ist deutlich ungefährlicher. Und auch in nur 1,50 Meter tiefem Wasser lässt es sich hervorragend schwimmen. Am besten geht man nicht alleine baden oder sagt anderen Badegästen bescheid, dass man ins Wasser geht, damit im Notfall geholfen wird.

Wie ist es um die personelle Situation der DLRG Charlottenburg-Wilmersdorf bestellt? Haben Sie Schwierigkeiten, Termine zu besetzen?

Christopher Langen: Wir haben in Berlin grundsätzlich vom 1. Mai bis zum 3. Oktober eine Sicherungspflicht an allen Wochenenden und Feiertagen. Das können wir leisten. Aber sicherlich sind wir immer an Nachwuchs interessiert. Da sieht es derzeit ganz gut aus. Sorgen haben wir eher bei den höherqualifizierten Positionen. Da freuen wir uns über Interessenten. Leute, die sich bei uns längerfristig engagieren sind sehr, sehr gerne gesehen.

Wie wird man eigentlich Rettungsschwimmer? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Christopher Langen: Spaß am Engagement sollte man mitbringen. Für den Einstieg in die Fachausbildung muss man das 15. Lebensjahr absolviert haben und ärztlich gesund sein. Es geht dann los mit dem Rettungsschwimmschein Silber. Und in ein bis zwei Saisons sollten alle Handgriffe sitzen. Wer bereits ab dem achten Lebensjahr einsteigen möchte, findet im Rettungssport ideale Vorbereitungsmöglichkeiten für den Einsatzdienst.


Thomas Schubert / tsc
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