Pepitahöfe wachsen: Berlins größtes Wohnungsbauprojekt feierte Richtfest

Halbzeit bei den "Pepitahöfen": Wo schwebt sie denn, die Krone? (Foto: Ulrike Kiefert)
Berlin: Pepitahöfe |

Hakenfelde. Konfetti, Knaller und Kronkorken: Berlins derzeit größtes Wohnungsbauprojekt feierte Richtfest. Neun Monate nach der Grundsteinlegung wachsen die „Pepitahöfe“ an der Goltzstraße/Ecke Mertensstraße.

Rund 300 Bauarbeiter ackern auf der Großbaustelle, 19 Baukräne drehen sich über den acht Baukomplexen. Hier und dort sind schon Fenster zu sehen. Auch eine barrierfreie Musterwohnung ist bereits fertig. Laut den Bauherren liegt alles im Zeit- und Kostenplan. Mit einer Bauzeit von weniger als vier Jahren werde sogar in Rekordzeit gebaut.

Kommunal und privat bauen gemeinsam

Die „Pepitahöfe“ sind ein Gemeinschaftsprojekt der beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften Degewo und WBM mit der privaten Kilian Immobiliengruppe (KIM) und der MHMI Immobilien-Verwaltungen GmbH. Letztere lassen bauen, die Wohnungsbaugesellschaften übernehmen die Wohnungen dann schlüsselfertig. 200 Millionen Euro lässt das Land Berlin dafür springen. 265 der 1024 Wohnungen zählen zum sozialen Wohnungsbau. Das war eine Auflage des Landes. Sie sind nur mit Wohnberechtigungsschein (WBS) mietbar und beginnen bei einer Nettokaltmiete ab sechs Euro pro Quadratmeter. Im gesamten Quartier liegt die Durchschnittsmiete bei unter zehn Euro, informierte Jürgen Kilian, Chef der Kilian Immobiliengruppe.

Solche Mietpreise beim Neubau findet man in Berlin nur selten. Wohl auch deshalb wurde das Richtfest der „Pepitahöfe“ am 26. Juni so groß gefeiert. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) war dabei, ebenso wie die privaten Investoren und Wohnungsunternehmen.

Im März 2018 ist Einzug

Mit dem Einzug der ersten Mieter soll es im März 2018 losgehen. Mitte September ziehen die letzten ein. Die Wohnungen haben ein bis fünf Zimmer, einen Balkon oder Terrasse, teilweise mit Mietergärten. Geplant haben das Quartier vier Architekten. Es wird einen öffentliche Spielplatz geben, 479 Tiefgaragenplätze und 79 Bäume. Kita- und Schulplätze sind im Kiez allerdings noch Mangelware.

Das Areal an der Mertensstraße zwischen Streitstraße und Goltzstraße lag Jahrzehnte brach. 1999 schloss die Zigarettenfirma British American Tobacco (BAT) dort ihr Werk und verlagerte die Zigarettenherstellung aus Spandau ins fränkische Bayreuth. Zurück blieben leere Lagerhallen und Werkstätten. Zehn Jahre später geriet das ehemalige Industriegebiet erneut in die Schlagzeilen, als ein Großbrand wütete. Doch auch danach ging es mit den Industrieruinen nicht voran, zum Ärger vieler Anwohner. Dabei dachte das Stadtentwicklungsamt des Bezirks bereits seit Längerem über einen Wohnungsbau auf dem Grundstück nach und verhandelte mit den damaligen Eigentümern. Nun wird dieses Vorhaben Realität. uk
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