Angekommen in der Heimat: Sieben Kinder schätzen die Carl-Schurz-Grundschule

Weil die Familie schon wegen des Sports oft unterwegs ist: Ein seltenes Familienbild von Nawal und Mahmoud El Ammar mit ihren sieben Kindern. (Foto: Sport)
Berlin: Carl-Schurz-Grundschule |

Hakenfelde. Wenn Mahmoud El Ammar über Heimat spricht, entsteht gleich eine Liste: Deutschland, Berlin, Spandau und die dortige Wasserstadt. Später geht es auch um den Libanon, in dem er geboren wurde.

Zu der Liste unter der Rubrik Heimat gehört auch noch ein besonderer Ort: Die Carl-Schurz-Grundschule, Hakenfelder Straße 32, in die in diesem Schuljahr El Ammars jüngster Sohn Ali eingeschult wurde. Das ist schon deswegen etwas besonderes, weil El Ammar und seine Ehefrau Nawal sieben Kinder haben. Und alle sieben gehen in die Carl-Schurz-Grundschule oder haben sie besucht.

Diese Schule scheint den Wünschen der Eltern gerecht zu werden, wenn es ihnen darum geht, ihre Kinder bestmöglich zu fördern. El Ammars ältester Sohn Hassan machte sein Abitur am Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium, mittlerweile studiert er Architektur. Die älteste Tochter Iman geht auf das Lily-Braun-Gymnasium. „Ich muss ein riesiges Lob an die Carl-Schurz-Grundschule aussprechen, und dort vor allem an Schulleiterin Monika Nold-Verheyen, die uns in jeder Phase unterstützt hat“, sagt El Ammar.

Und dann ist da noch der Sport. Der ehemalige Kickboxer El Ammar ist davon überzeugt, dass Sport auch eine Motivation ist, in der Schule gute Leistungen zu bringen. Mit seinen Kindern hat er die Beweise dafür täglich vor Augen. 2013 wurde sein damals neunjähriger Sohn Adel Weltmeister in seiner Alters- und Gewichtsklasse (bis 32 Kilo) im Taekwondo. Die Internationalen Titelkämpfe waren in dieser Klasse erstmals 2013 im baden-württembergischen Sindelfingen ausgetragen worden. Rund 1000 Kinder gingen damals an den Start, Adel setzte sich gegen einen schwedischen Gegner mit 9:2 klar durch.

So gehört auch der koreanische Kampfsport im weitesten Sinn zur Heimat der Familie El Ammar, denn Adels Erfolge, mittlerweile 14 Titel, haben auch mit älteren Brüdern als Vorbild zu tun: Firras wurde deutscher Meister, Student Hassan gehört zum Nationalteam. Das Wohnzimmer der El Ammars ist geschmückt mit Pokalen.

Bei allem Wohlfühlen in der zweiten Heimat, wo El Ammar für eine Restaurantkette arbeitet, hat er seine erste Heimat, den Libanon, aus dem er vor 31 Jahren kam, nicht vergessen. Er hat schnell nach seiner Ankunft Restaurants aufgebaut und im Sicherheitsdienst gearbeitet, und weiß daher, wie man in Deutschland „ankommt“. Diese Erfahrungen gibt er weiter im Verein „Deutsch-libanesische Union“ deren Vorsitzender er ist. Er hilft ehemaligen Landsleuten, hier anzukommen. „Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass meine Familie eine integrierte Familie in der Hauptstadt Berlin ist, die großen Wert auf Bildung, Sport und Disziplin legt“ – so beschreibt er seine Freude über das Angekommen-Sein in der Heimat Deutschland. Aus der „schönen Wasserstadt an der Havel“ wegzuziehen, das kann er sich schon lange nicht mehr vorstellen. CS
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