Mord an Joggerin im Spandauer Forst weiter ungeklärt

Den Gedenkstein ließ der Ehemann von Kirsten Sahling aufstellen. (Foto: Kiefert)

Hakenfelde. Auch viereinhalb Jahre nach dem Mord an einer Joggerin im Spandauer Forst gibt es keine Spur vom Täter - trotz ausgeschriebener Belohnung und mehr als 900 Hinweisen. Nun sucht die Kriminalpolizei erneut nach Zeugen.

Ein schlichter Gedenkstein steht nahe dem Wildgehege an der Schönwalder Allee. Er erinnert an Kirsten Sahling. Sie wurde im Sommer 2009 im Spandauer Forst erstochen. Der Mord an der damals 39-jährigen Joggerin ist nicht vergessen. Aber auch viereinhalb Jahre nach dem Verbrechen fehlt jede Spur vom Täter. Dabei arbeiten die Spezialisten des Landeskriminalamtes mit Hochdruck an dem Fall.

Mehr als 900 Hinweise von Zeugen wurden bislang bearbeitet. Aber selbst die Veröffentlichung eines Videos, auf dem der Messerstecher zu sehen ist, und die Suche nach weiteren Zeugen mithilfe der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ungelöst" brachten nicht den entscheidenden Hinweis. Deshalb werden jetzt wieder Zeugen gesucht.

Alle Angaben zum Geschehen am 20. Juni 2009 interessieren die Polizei. Die Ermittler wollen wissen: Wer kennt einen jungen Mann, der insbesondere an den Wochenenden vor vier Jahren früh auf dem Rad unterwegs war? Vor allem im Bereich Spandau-Nord, aber auch im Spandauer Forst. Die Polizei hofft darauf, dass irgendjemand den jungen Mann erkennt, auf den die Täterbeschreibung gepasst hat. Die Beschreibung des Täters hat sich seither nicht geändert.

Der Gesuchte war zur Tatzeit zwischen 15 und 25 Jahre alt, etwa 175 Zentimeter groß und schlank. Er hatte kurze, mittel- bis dunkelblonde Haare. Auffällig ist seine Kleidung, die er zur Tatzeit trug: ein weißes Oberteil und eine weiße Hose. Er war auf einem Fahrrad mit roten Bauteilen unterwegs.

Dass die Ermittlungen in dem Mordfall so lange ohne nennenswerten Erfolg bleiben, mag auch daran liegen, dass die Joggerin offenbar zufällig getötet wurde. Zwischen dem Täter und dem Opfer gab es keine Beziehung.

Kirsten Sahling, die als Psychologin auf der Onkologie der Berliner Charité arbeitet, war am Morgen des 20. Juni 2009 zusammen mit ihrem Ehemann in den Spandauer Forst gefahren. Das Paar wollte joggen. Während ihr Mann bereits loslief, wärmte sich Kirsten Sahling auf. Dabei kam ihr ein Mann in einem weißen Trainingsanzug auf einem auffällig roten Fahrrad entgegen. Er stieg ab, zog ein Messer und stach mehrmals auf die Frau ein. Dann flüchtete er. Bei seiner Flucht wurde er von einer Überwachungskamera auf dem Klinikgelände des Evangelischen Johannesstifts gefilmt.

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt, Keithstraße 30, 46 64 91 17 77, sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen. Das Fahndungsvideo steht auf http://asurl.de/jd7.

Ulrike Kiefert / uk
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