Oskar Lafontaine auf der Zitadelle

Oskar Lafontaine (links) mit Sergej Kirchik vom ukrainischen Bündnis Borotba. (Foto: Christian Schindler)

Hakenfelde. Die Linke Spandau wirbt weiter für eine Benennung des Stichwegs zur Zitadelle nach Vladimir Gall.

Prominente Unterstützung für die Ehrung des Zitadellen-Retters bekam die Linke am 20. Mai vom ehemaligen Vorsitzenden der Linkspartei und heutigem Fraktionschef im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine. Stand Lafontaines Besuch auf der Zitadelle noch im Zeichen des Europa-Wahlkampfs, lenkte am Schluss Gastgeber Piotr Luczak für die Spandauer Linken die Aufmerksamkeit auf Vladimir Gall.

Er überreichte Lafontaine Galls Autobiografie, in der Gall beschreibt, wie er als sowjetischer Offizier im Mai 1945 zusammen mit einem weiteren Kameraden die auf der Zitadelle verschanzten Wehrmachts- und SS-Einheiten zum Aufgeben bewegte. Damit wurde ein Blutbad verhindert und das historische Bauwerk vor der Zerstörung bewahrt. Die Linke fordert seit langem, den 2011 mit 92 Jahren verstorbenen Gall mit einer Straßenbenennung direkt an der Zitadelle zu ehren. Gall, der aus dem ukrainischen Charkow stammte, war in den vergangenen Jahrzehnten oft in Spandau zu Gast. Auf die aktuelle Brisanz der Vorgänge in der Ukraine machte auf der Veranstaltung Sergej Kirchik aufmerksam.

Der Sprecher des ukrainischen Linksbündnisses Borotba ("Kampf") warb für das genaue Beobachten der Vorgänge. Sein Stellvertreter war am 2. Mai in Odessa umgekommen, nachdem ukrainische Nationalisten das Gewerkschaftshaus in Brand gesteckt hatten. Insgesamt starben 46 Menschen.


Christian Schindler / CS
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