Stadtplaner setzen an der Mertensstraße auf Wohnungsbau

Die Industrieruinen ziehen sich die gesamte Mertensstraße entlang. (Foto: Ulrike Kiefert)

Hakenfelde. Für die Industriebrache an der Mertensstraße erarbeitet der Privateigentümer derzeit ein Konzept zur künftigen Nutzung. Das Bezirksamt setzt dort auf Wohnungsbau. Doch dafür muss erst der Bebauungsplan geändert werden.

Das Gewerbegebiet an der Mertensstraße zwischen Streitstraße und Goltzstraße liegt seit Jahren brach. 1999 schloss die Zigarettenfirma British American Tobacco (BAT) dort ihr Werk und verlagerte die Zigarettenherstellung aus Spandau ins fränkische Bayreuth. Zurück blieben leere Lagerhallen und Werkstätten. Zehn Jahre später geriet das ehemalige Industriegebiet erneut in die Schlagzeilen, als ein Großbrand darauf wütete. Doch auch danach ging es mit den Industrieruinen nicht voran, zum Ärger vieler Anwohner. Dabei denkt man im Stadtentwicklungsamt des Bezirks bereits seit Längerem über eine sinnvolle Nutzung des Grundstücks nach. "Aus städtebaulicher Sicht können wir uns dort den Wohnungsbau gut vorstellen", sagt Amtsleiter Markus Schulte. Platz gebe es auf der Fläche für mindestens 200 neue Wohneinheiten. Ideal wäre für die Stadtplaner ein Mix aus Geschossbauten und Einfamilienhäusern. Doch dafür muss erst der Bebauungsplan von 1966 geändert werden, der das Areal als Gewerbegebiet festschreibt. Wohnungen dürften dort also de facto nicht gebaut werden. Neues Gewerbe aber würde heute die angrenzende Wohnsiedlung beeinträchtigen. Mitspielen muss vor allem aber der aktuelle Eigentümer, genau genommen sind es zwei. Etwa 45 000 Quadratmeter gehören einem Berliner Investor, die restlichen 5000 Quadratmeter einem Norddeutschen. Mit dem Berliner als Eigentümer der größeren Fläche hat das Bezirksamt bereits mehrere Gespräche zum Wohnungsbau und den Rahmenbedingungen geführt. "Wir haben ihm signalisiert, dass wir dafür den B-Plan ändern würden. Nun ist er am Zug", sagt Markus Schulte. Konkret wartet das Stadtentwicklungsamt auf ein gemeinsames Konzept beider Eigentümer.

Doch der Berliner Eigentümer hat es offenbar nicht eilig damit. Zwar hat er einem Konzept zugestimmt und man arbeite auch schon einige Zeit daran, wie Architekt Klaus Wachsmann informiert. In diesem Jahr allerdings werde daraus wohl nichts mehr. Die "Wachsmann Architekten Berlin" beplanen für den Berliner die Fläche an der Mertensstraße. Bis die ersten Abrissbagger vorfahren, können also noch Jahre vergehen. Denn allein das B-Planverfahren dauert etwa zwei Jahre. Auch mögliche Altlasten auf dem früheren Industriegelände könnten eine schnelle Bebauung verzögern.


Ulrike Kiefert / uk
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