Post in Cautiusstraße bleibt ohne Bank: Für Postbankfiliale ist eine Teillösung in Sicht

Hier könnte jetzt eine Postpartnerfiliale entstehen. (Foto: Ulrike Kiefert)
 
Die Filiale der Postbank hat dicht gemacht. Mietvertrag läuft noch weiter. (Foto: Ulrike Kiefert)

Hakenfelde. Für die geschlossene Postbank an der Cautiusstraße bahnt sich eine Lösung an. Ein Privatier will die Filiale übernehmen. Ihre Bankgeschäfte werden die Hakenfelder dort aber nicht mehr erledigen können.

Die Postbank wird ihr Finanzcenter an der Cautiusstraße 42 nicht wieder öffnen. Das ist Fakt. Jedoch könnte es zumindest eine Teillösung am Standort geben. Die Post bleibt vor Ort, die Postbank nicht. Diese Neuigkeit brachten die Spandauer Abgeordnete Bettina Domer und der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz mit zur dritten Kiezversammlung gegen die Schließung der Filiale. Etwa 100 Hakenfelder hörten zu, als die beiden SPD-Politiker am 9. Juni im Blindenwohnheim an der Niederneuendorfer Allee 9 über die Details informierten. Denn erst wenige Tage zuvor saßen Domer und Schulz mit Vertretern der Post AG, der Postbank, der Charlottenburger Baugenossenschaft als Eigentümer des Mietobjektes und einem privaten Interessenten an einem Tisch. „Das Ergebnis ist noch keine Garantie“, schickte Swen Schulz vorweg. „Aber die Chancen für eine Postpartnerfiliale stehen gut.“

Und so soll die Lösung aussehen: Ein privater Unternehmer, der schon an der Gartenfelder Straße in Haselhost eine kleine Postpartnerfiliale (mit Bankautomaten) betreibt, würde das Geschäft an der Cautiusstraße mieten und dort sämtliche Postdienstleistungen vom Briefmarkenverkauf bis zur Postabgabe, Paketannahme und Paketauslieferung anbieten. Die Post AG wäre mit solch einer Partnerfiliale einverstanden, teilte Swen Schulz mit. Möglicherweise lässt die Postbank einen Kontoauszugsdrucker stehen. Einem Geldautomaten habe sie mit Verweis auf Wartungskosten und Sicherheitsbestimmungen aber eine Absage erteilt, so Schulz.

Die Post hatte zuerst überlegt, eine alternative Filiale in der Hugo-Cassirer-Straße aufzumachen. Das habe man dem Vorstand aber „ausreden“ können, sagt Schulz. „Der Bedarf besteht an der Cautiusstraße. Und warum woanders hinziehen, wenn es dort eine leere Filiale gibt.“

War die Mieterhöhung der Schließungsgrund?

Auch die Charlottenburger Baugenossenschaft begrüßt die Lösung mit dem Privatunternehmer. Der hätte an der Cautiusstraße 170 Quadratmeter Platz. „Das reicht für einen Postschalter und das gesamte Postsortiment“, sagte Dirk Enzesberger vom Vorstand der „Charlotte“. Vom Rückzug der Postbank aus ihrem Mietobjekt hatte die „Charlotte“ nur zufällig erfahren, weil eine Mitarbeiterin beim Friseur um die Ecke saß. Das Gerücht, dass die Baugenossenschaft die Miete erhöht habe und die Postbank deshalb ausgezogen sei, wies Enzesberger zurück. Dagegen spricht auch, dass die Postbank ihre Filiale vor Ende des Mietvertrages aufgegeben hat, also weiter Miete für ein leeres Geschäft bezahlt.

Ob sich die Postpartnerfiliale an der Cautiusstraße wirtschaftlich rechnet, muss jetzt der Privatunternehmer überlegen. Sicher ist darum noch nichts. Für die Hakenfelder wäre es zumindest ein kleiner Erfolg. Denn die nächste große Post in den Spandau Arcaden ist weit weg. Die Banken wiederum sind komplett aus dem Ortsteil verschwunden. Nur an der Streitstraße steht noch ein Automat der Sparkasse. Dabei gibt es bündelweise Gründe im Kiez zu bleiben. Hakenfelde ist mit über 28.000 Einwohnern so groß wie eine Kleinstadt. Hier entstehen gerade 1000 neue Wohnungen, und der Rückzug von Nahversorgern belastet vor allem ältere Menschen. uk
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