Bauvorhaben "Katharinenpalais" gestartet

Helmut Holtz (li) von der Holtz Immobilien GmbH und Jörg Peters gaben den Startschuss für das Haus der Zukunft. (Foto: KT)

Halensee. In Berlin werden wieder Wohnungen gebaut. Sie entstehen als Mietwohnungen, Genossenschaften bauen und auch Eigentumswohnungen sind gefragt. In einer Seitenstraße am Kurfürstendamm entsteht eine Neuheit im Immobilienbereich: Das Haus braucht fast keine Energie von außen mehr.

Am 23. Oktober fiel der Startschuss für das "Katharinenpalais". In der Katharinenstraße baut die Holtz Immobilien GmbH 50 hochwertige Eigentumswohnungen mit Balkon, Loggia oder Terrasse. Die Besonderheit dieses Hauses liegt aber in seinem ausgefeilten Energiekonzept. Der Initiator dieses Inergiekonzeptes Jörg Peters erklärte bei einem Pressegespräch, dass es so ein System sonst nur bei Einfamilienhäusern oder Reihenhäusern gibt. Zum ersten Mal wird diese Kombination von Erdsonden, Wärmespeicher, Wärmepumpen und eigenen Blockkraftwerken auch bei einem normalen Wohnhaus mit vielen Wohnungen ausprobiert. "Wir wollen wenig fossile Brennstoffe verbrauchen", erklärte der Architekt. Seit 15 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Energie. "Wir versuchen, das Haus so weit wie möglich energieneutral zu halten. Wir holen die Energie aus der Erde", betonte Peters. Es werden 16 Sonden rund 100 Meter tief in den Boden versenkt. In den Rohren wird das Wasser ständig aus dem Boden geholt und über einen Wärmeaustauscher wird das Haus beheizt. Nur wenige Grad Temperaturunterschied reichen aus, um die Heizung für ein ganzes Haus zu betreiben. In der Betonplatte im Fundament kann die Energie gespeichert werden, bis sie in den Wohnungen benötigt wird. Auch den Strom produziert das Haus in zwei Blockheizkraftwerken selbst. Die überschüssige Energie wird in das Berliner Stromnetz eingespeist. Dadurch werden die Betriebskosten für das Haus gesenkt. "Unser Ziel ist es, so wenig wie möglich Gas oder Öl zu verbrauchen", erklärte Peters. Die Kosten für Strom, Gas und Öl werden immer größer und so soll das Haus mit alternativen Energiequellen arbeiten. Nur in Spitzenzeiten soll das Haus Energie aus dem öffentlichen Netz verwenden. "In der Erde ist immer Wärme", erklärte Peters, diese Erdwärme soll künftig noch mehr genutzt werden.

Auch an die Sicherheit der künftigen Bewohner ist gedacht. Das Haus erkennt einen Bewohner an einem kleinen Chip, schaltet automatisch die Beleuchtung ein und öffnet die Haustüren oder die Einfahrt zur Tiefgarage. Diese Technik ist auch für den Architekten Zukunftsmusik.

Weitere Infos unter: www.katharinenpalais.de.

Klaus Tessmann / KT
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