Lichtinstallation markiert Moabits Zentrum

Schon bei Einbruch der Dunkelheit ist das faszinierende Lichtspiel zu erahnen. (Foto: KEN)
Berlin: Heilandskirche |

Moabit. Noch bis Ende Januar, vielleicht auch darüber hinaus, bleibt die Lichtinstallation am Turm der Heilandskirche eingeschaltet.

Der Turm des Gotteshauses zwischen Turmstraße, Thusnelda-Allee und Alt-Moabit ist weit über den Stadtteil hinaus sichtbar. Sogar vom Breitscheidplatz in Charlottenburg aus erkennt man seine schlanke, 87 Meter hoch aufragende Silhouette. Zurzeit ist Berlins dritthöchster Kirchturm wegen Sanierungsarbeiten eingerüstet. Die Lichtinstallation "Skyline" zeichnet seine Konturen und wichtige Architekturelemente wie die Kirchenfenster oder Wandpfeiler nach. Das Kreuz auf der Kirchturmspitze wird von einem Strahler angeleuchtet. Entworfen hat "Skyline" das Lichtkunstbüro "Immersif" des Mediengestalters und Innenarchitekten Markus Tiggemann und des Beleuchtungsmeisters Nikolaus Vögele.

Beide Lichtkünstler arbeiten mit sogenannten LED-Stripes. Die Bänder aus Leuchtdioden betonen die senkrechten Linien des Bauwerks. Leuchtdioden, die Schwarzlicht erzeugen, bringen fluoriszierendes Gewebe auf der Bauplane zum Leuchten. Vom Anbruch der Dunkelheit bis 22 Uhr sieht der Betrachter den Turm, obwohl er vom Baugerüst verdeckt wird.

Die Idee zur Lichtinstallation am Turm der Heilandskirche entstand bei einem Treffen der Gewerbetreibenden in der Turmstraße. Das Bezirksamt, das vom Büro für Stadt- und Regionalentwicklung "die raumplaner" getragene Geschäftsstraßenmanagement und die Koordinatoren des Bund-Länder-Programms "Aktive Zentren" holten daraufhin entsprechende Konzepte und Angebote ein. Die Wahl fiel schließlich auf "Immersif".

"Der Kirchturm ist prägend für die Turmstraße und Moabit", sagt Georg Thieme vom Büro "die raumplaner". Die Haupteinkaufsstraße im Stadtteil solle zum Leuchten gebracht werden, um zu zeigen, dass hier Moabits Zentrum sei und sich hier das Leben abspiele, erläutert Thieme. Seit dem 18. Dezember, als die Lichtinstallation zum ersten Mal zum Leuchten gebracht wurde, gab es aufgrund schlechten Wetters mehrmals Havarien. "Alles wurde überarbeitet und funktioniert wieder", so Georg Thieme.

Sein Kollege Jan Schultheiß betont die Umweltverträglichkeit der LED-Installation. Zudem sei "Skyline" auch preiswert im Betrieb. "Der Stromverbrauch entspricht dem eines Wasserkochers." Die evangelische Kirchengemeinde habe die anfallenden Stromkosten übernommen. Die Installation selbst sei mit einem vierstelligen Betrag im Vergleich zu ähnlichen Projekten auch nicht teuer gewesen, betont Schultheiß. Mitglieder der Stadtteilvertretung Turmstraße und vom Bund der Steuerzahler hatten die Ausgabe kritisiert. "Künstler möchten ja auch ein Honorar haben", hält Jan Schultheiß dagegen.

Nur vom Rathaus Tiergarten aus sieht der Betrachter die ganze Lichtinszenierung des Kirchturms. Ist man weiter entfernt, wird die Lichtinstallation zur Entdeckung. Das ist auch die Idee von Immersif bei allen Projekten: die Verwischung der Grenze zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit. Das Geschäftsstraßenmanagement plant eine Postkarte mit der leuchtenden Heilandskirche als Motiv.


Karen Noetzel / KEN
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