Bundestag zeigt Werke von Opfern und Überlebenden des Holocaust

Auch der deutsche Maler Felix Nussbaum (1904-1944)kam in Auschwitz um. Das abgebildete Selbstporträt entstand 1940 unter dem Eindruck der Internierung in Südfrankreich. (Foto: Askart.com)
Berlin: Paul-Löbe-Haus |

Tiergarten. "Die Shoa ist der Kern ihrer Kunst", heißt es über die Ausstellung "Der Tod hat nicht das letzte Wort". Der Bundestag zeigt sie im Paul-Löbe-Haus anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz.

Zu sehen sind Werke von zwölf Künstlern. Sie sind Opfer des Holocaust geworden, Ermordete, Überlebende und deren Kinder, Enkel und Erben. Die Zeichnungen, Aquarelle und Skizzen sind zwischen den beiden Weltkriegen entstanden, in Theresienstadt oder Auschwitz sowie nach der Befreiung. Zusammengestellt hat die Schau der Kunsthistoriker Jürgen Kaumkötter, der über lange Zeit zu den zu Unrecht vergessenen Künstlern recherchiert hat, die in den Konzentrationslagern gequält und ermordet wurden.

Ihre Schicksale sind unmittelbar miteinander verwoben. Da ist Peter Kien. Der 22-Jährige brachte in Theresienstadt dem damals 12-jährigen Yehuda Bacon das Zeichnen bei. Kien hatte in Prag Malerei studiert. Sein Lehrer war der Lehrer von Felix Nussbaum. Dieser Vertreter der Neuen Sachlichkeit verließ 1933 Deutschland und versteckte sich ab 1940 in Brüssel. Er wurde 1944 wie Kien und Bacon nach Auschwitz deportiert. Nussbaum und Kien starben, Bacon überlebte und begann 1945 zu malen. Szenen aus dem Vernichtungslager, SS-Leute, Häftlinge. Die gezeigten Arbeiten sind Leihgaben unter anderem des Staatlichen Museums Auschwitz und des Kunstmuseums Solingen, das ein Zentrum für verfolgte Künste beherbergt. Weil es irgendwann keine Überlebenden der Lager mehr geben wird, ist es an den nachfolgenden Generationen, künstlerisches Zeugnis vom Holocaust abzulegen. So ist gleichzeitig im Paul-Löbe-Haus die Ausstellung "Zeichnen gegen das Vergessen" zu sehen. Manfred Bockelmann hat großformatig zwei- bis 18-jährige Kinder und Jugendliche porträtiert, die zwischen 1941 und 1945 ermordet wurden, weil sie Juden, Slawen, Sinti und Roma oder behindert waren und als "unwertes" Leben galten. Als Vorlage dienten Bockelmann erkennungsdienstliche Fotos von Gestapo, SS und NS-Ärzten.

Die Ausstellung kann nach den Zutrittsbedingungen des Bundestages nur nach vorheriger Anmeldung bis 27. Februar im Paul-Löbe-Haus, Eingang West, Konrad-Adenauer-Straße 1, montags von 9 bis 15 Uhr, dienstags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr besichtigt werden. Weitere Informationen unter 22 73 88 83 oder über den E-Mail-Kontakt info-ausstellungen-plh@bundestag.de.

Karen Noetzel / KEN
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