Politiker und Bahnvertreter trafen sich mit Anwohnern im Hansaviertel

Hansaviertel. Unversehens ist das Wohnzimmer des Ehepaars Hillgärtner im Hansaviertel an diesem Tag zum Konferenzraum geworden. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Eva Högl, hatte zum Vor-Ort-Termin eingeladen.

Thema in der Flensburger Straße war der Bahnlärm. Im Sommer vergangenen Jahres wurden die S-Bahngleise zwischen Tiergarten und Bellevue ausgetauscht - ohne den gewünschten Effekt. Im Gegenteil: Die Züge quietschten noch lauter. Helmut Hillgärtner schrieb alle an: Bezirks-, Landes- und Bundespolitiker, Verantwortliche bei der Deutschen Bahn, allen voran Bahnchef Rüdiger Grube. Am 11. September kam die Bundestagsabgeordnete Eva Högl (SPD) mit dem verkehrspolitischen Sprecher ihrer Fraktion, Sören Bartol, und der SPD-Verkehrsexpertin Annette Sawade zur "Hörprobe" in die Flensburger Straße.

Beim Vor-Ort-Treffen mit Ehepaar Hillgärnter am 15. Januar teilte Ines Jahnel, Lärmschutzbeauftragte der Deutschen Bahn, mit, dass sein Unternehmen Ende Dezember Messungen vorgenommen habe. Danach seien zusätzliche Schmierstellen eingerichtet und spezielle Schleifmaschinen auf den Gleisen eingesetzt worden. Statt 85 Dezibel sind es nur noch 75 Dezibel.

"Das reicht noch nicht aus", sagt Helmut Hillgärnter. Es sei nur an den S-Bahngleisen gemessen worden, nicht aber an der Strecke für den regionalen und überregionalen Zugverkehr.

"Was machbar ist, wird gemacht", verspricht Ines Jahnel. Die DB-Umweltchefin sagt zu, bis Mitte 2015 den Lärmpegel an der Strecke nochmals um zehn Dezibel zu senken und weitere Messungen vorzunehmen.

Mittes Umweltstadträtin Sabine Weißler (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßt die zusätzlichen Schienenschmiereinrichtungen. Es handele sich aber nur um "akute Maßnahmen". Sie sind keine befriedigende Antwort auf das grundsätzliche Problem des Schienenlärms in der Stadt. Sabine Weißler fordert fortlaufende Messungen. Mit den Ergebnissen in der Hand sollen Bahn, Schienenfahrzeughersteller, Verkehrsexperten, die Bezirke und der Senat auf technische Anforderungen für Maschinen und Gleise erarbeiten, die dauerhaft den Lärm auf der Schiene reduzieren.


Karen Noetzel / KEN
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.