Rainer Opolka warnt mit seinen "Wolfsmenschen" vor dem sich ausbreitenden Rechtsextremismus

Sie schielen in Richtung Regierungsviertel, die Wolfsmenschen von Rainer Opolka. (Foto: KEN)
Berlin: Die Wölfe kommen |

Moabit. Rainer Opolka hat 66 lebensgroße, aggressiv wirkende Wolfsskulpturen vor dem Berliner Hauptbahnhof auf dem Washingtonplatz aufgestellt. Das Rudel soll Neo-Nazis, Pedigisten und AfDler symbolisieren.

Mit „Die Wölfe sind zurück?“ verweist der Taschenlampenmillionär, der gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Harald jetzt in Kunst macht, auf den zunehmenden Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft und will ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt setzen. Der Ort für die in Metall gegosssenen, bis zu 300 Kilogramm schweren Wolfsmenschen, die Blind Soldier, Mitläufer, Blinder Hasser, NSU-Mann, Attac, Kraftprotz und Anführer heißen, ist sorgfältig gewählt. Vor dem Hauptbahnhof demonstrieren jeden Montag Anhänger von Bärgida, dem Berliner Pegida-Ableger. Die „Wölfe“ schielen auf den Reichstag.

„Was Redner der AfD heute formulieren, hätte sich vor drei Jahren selbst die NPD nicht getraut“, sagt der gebürtige Bottroper und Wahlbrandenburger Rainer Opolka, der eine „Verluderung“ der politischen Kultur beklagt. „Das Bundeskriminalamt meldet für 2016 bereits mehr rassistische und rechtsradikale Straftaten denn je.“ Opolkas Figurenschau sei Erklärung und Warnung zugleich und ein Muss für jeden Demokraten, sagt Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.

„Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Hass und Gewalt haben in Berlin keinen Platz“, betont der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Deshalb sei er dankbar, dass mit dieser Ausstellung erneut ein klares Signal für Toleranz, Hilfsbereitschaft und Weltoffenheit von der Hauptstadt ausgehe. In Berlin haben sich die Gewaltvorfälle gegen Ausländer und Flüchtlinge im vergangenen Jahr um annähernd 100 Prozent erhöht.

Die „Wölfe“ stehen nicht allein auf dem Platz. Begleitet werden sie von Informationstafeln. Auf leeren Flächen können Besucher notieren, was Menschen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt tun können. In Berlin wird Rainer Opolka täglich eine 40-seitige Informationsbroschüre verteilen und das Gespräch mit dem Publikum suchen. KEN
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