Jury kürt Siegerentwurf für das Grundstück Altonaer und Bachstraße

Hansaviertel. Der städtebauliche Wettbewerb, den die Hilfswerksiedlung GmbH (HWS) zur Bebauung an der Bach- und Altonaer Straße ausgelobt hatte, ist abgeschlossen. Die Jury entschied sich Mitte Dezember für den Entwurf des Berliner Büros Staab Architekten.

Aus dem Entwurf könnte am Ende der gebaute Kompromiss zwischen zwei Vorstellungen von Städtebau werden, die am Rand des Hansaviertels aufeinanderprallen. Nachdem das Konsistorium der evangelischen Kirche, ein Hochhaus mitten auf der Wiese, vor einigen Monaten abgerissen worden war, sollten dort eigentlich Wohnungen in traditioneller Berliner Blockrandbebauung entstehen. Vor allem die Bewohner des Hansaviertels liefen Sturm gegen diese Pläne. Widersprachen sie doch dem, was das Hansaviertel seit den 50er-Jahren so besonders macht: Der aufgelockerten Verteilung von Hochhäusern und Blöcken in einer grünen Landschaft. Das Büro Staab Architekten schlägt für den Grenzbereich zwischen Hansaviertel und Moabit, also zwischen moderner Stadtlandschaft und Blockrandbebauung, eine Mischung aus beidem vor: Entlang der Bachstraße soll das Grundstück durch einen Wohnblock mit vier bis fünf Geschossen begrenzt werden.

Hochhaus am Wasser

An der nordöstlichen Ecke, also an der Grenze zum Wasser und zur Altonaer Straße wird ein Hochhaus mit 15 Geschossen entstehen. Auf dem auf diese Weise eingefriedeten Restgrundstück, das sich zum Wasser hin öffnen wird, planen die Architekten drei Stadthäuser mit drei bis vier Geschossen. "Die differenzierte Gestaltung der Freiflächen, bei gleichzeitiger halböffentlicher Durchwegung, lässt eine angenehme, allen Bewohnern zuträgliche Innensituation erwarten", resümiert der Architekt und Juryvorsitzende Andreas R. Becher.

Der jetzt ausgewählte Entwurf wird nun als Grundlage verwendet für das anstehende Bebauungsplanverfahren. Nach Einschätzung der HWS werden jedoch noch ein bis zwei Jahre vergehen, bis die Baugenehmigung erteilt werden kann.


Ralf Liptau / flip
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