Wasserspielplatz selbstgemacht: Einzigartiges Projekt für kleine Forscher und Entdecker wird am 13. Oktober eröffnet

Wann? 13.10.2015 16:00 Uhr bis 13.10.2015 17:00 Uhr

Wo? Otto-Spielplatz, Alt-Moabit 34, 10555 Berlin DE
Sarah, Temidayo und Asilija (v.l.) bearbeiten mit Meißel und Holzklüpfel meterhohe Sandsteinblöcke. (Foto: Josephine Klingner)
 
Schülerinnen der Carl-Bolle-Schule beteiligen sich an der Gestaltung des Wasserspielplatzes (v.l.): Sarah, Temidayo, Asilija und Nour (alle neun Jahre). (Foto: Josephine Klingner)
Berlin: Otto-Spielplatz |

Moabit. Auf dem Otto-Spielplatz in Alt-Moabit 34 entsteht eine neue Erlebniswelt – ein Wasserturm zum Experimentieren. Das Projekt ist im Bezirk einmalig, weil es nach den Ideen der Kinder umgesetzt wird und sie von Beginn an mitbauen konnten. Mitte Oktober soll die Spiellandschaft eingeweiht werden.

Sie sind auf der Baustelle ganz in ihrem Element – Temidayo und Asilija aus der 4a der Carl-Bolle-Schule. Gemeinsam mit ihren 18 Mitschülern bearbeiten sie meterhohe Sandsteinblöcke mit Meißeln und Holzklüpfeln. „Am meisten macht es mir Spaß, Löcher in den Stein zu hämmern“, sagt die neunjährige Temi. In den gelben Gesteinsbrocken wurden zuvor Mulden mit einem Bohrhammer gefräst. Wird dort später Wasser hineingefüllt, fließt es über ein Bohrloch in den Wasserlauf, der sich durch die Spiellandschaft schlängelt. Das Flussbett aus Beton leitet das kühle Nass von der Handpumpe direkt zum Wasserturm.

Stolze 6,5 Meter soll dieser hoch werden. Fasst wie ein Leuchtturm ragt dann der sechseckige Zweigeschosser mit einer Grundfläche von 24 Quadratmetern in den Farben Blau und Grün über den Platz. Das Erdgeschoss ist für die Pumpen und ein Rohrsystem vorgesehen, an dem die Kinder verfolgen können, wo das Wasser hinfließt. Im ersten Stock wird es einen mit Wasser gefüllten Wackeltisch geben, an dem die Kleinen Wellen oder Strudel erzeugen können. An den Wänden sollen selbst gebaute japanische „shishi odoshi“-Röhren aus Bambus hängen, die als Wasserspiel hin und her wippen. Eine raffinierte Zierde der Turmfassade sind Gipsabdrücke von Kindergesichtern. Angeschlossen an das Pumpsystem des Turms sprudeln aus Mund, Nase und Augen der Masken Fontänen durch die Luft. Das Wasser wird anschließend in einen unterirdischen Container geleitet. Der Turm erhält zudem ein Vordach, das Regenwasser auffängt und unter dem ein weiterer Wackeltisch installiert werden soll. Gleich daneben entsteht in zwei Metern Höhe ein weiterer Wasserbehälter. In diesem wird das Wasser des unterirdischen Containers und des Vordachs gesammelt, um es als Gießwasser für den Rasen nutzen zu können.

Schülerin Asilija findet die Baustelle prima: „Mir gefällt vor allem, dass wir hier mithelfen können.“ „Wir haben Ideen gesammelt, die Kinder malen und basteln lassen – frei nach dem Motto, wie sie sich ihre Lieblingswasserbaustelle vorstellen“, erklärt Erzieher Peter Barton vom Otto-Spielplatz.

Mit diesen Ideen entwickelte die Firma stockundstein aus Potsdam ein Konzept. „Meist ist es doch der Fall, dass Spielplätze nach den Vorstellungen der Erwachsenen gebaut werden. Dabei ist es viel wichtiger, mit den Kindern Ideen zu entwickeln und gemeinsam zu verwirklichen“, sagt Geschäftsführer Matthias Schmidt. In diesem Sinne stehen er und seine Kollegen auf der Baustelle mit Rat und Tat zur Seite. Auch Pädagoge Barton ist begeistert: „Der Turm ist ein toller Ort, um Natur zu erleben und den physikalischen Kräften des Wassers auf den Grund zu gehen.“

Möglich machte den Bau das Straßen- und Grünflächenamt in Kooperation mit dem pädagogisch betreuten Otto-Spielplatz und dem Jugendamt. Finanziert wurde das Projekt mit knapp 35 000 Euro aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm des Senats.

Offiziell eröffnet wird der Platz am 13. Oktober zwischen 16 und 17 Uhr. „Sowohl das Bauwerk als auch der Prozess der Planung mit den Kindern wird für weitere Vorhaben beispielgebend sein“, versichert Jugendstadträtin Sabine Smentek (SPD). JK
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