Viel Information, mäßiges Interesse: Zweites Altstadtplenum in Spandau

Eine Schönheit ist er nicht gerade, der Spandauer Marktplatz. Das Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" könnte das ändern. (Foto: Berit Müller)
 
Das zweite Altstadtplenum im Bürgersaal des Rathauses informierte ausführlich über das Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz", Baustadtrat Frank Bewig übernahm die Begrüßung. (Foto: Berit Müller)
Berlin: Bürgersaal Spandau |

Spandau. Auf rege Beteiligung der Kiezbewohner setzt das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, von dem Spandaus Zentrum aktuell profitiert. Beim 2. Altstadtplenum am 19. Januar zeigte sich, dass einzelne Spandauer durchaus engagiert bei der Sache sind. Das allgemeine Interesse hält sich jedoch noch in Grenzen.

Bis zu 50 Millionen Euro an Fördermitteln, zehn Jahre Laufzeit, zig Vorhaben: Das Bund-Länder-Programm heißt zwar „Städtebaulicher Denkmalschutz“, es wird die Altstadt aber keineswegs bloß bewahren und pflegen, sondern vieles verändern. Attraktiver für Bewohner und Besucher, für Geschäftsleute wie Kunden soll das Herz der Havelstadt werden. Informationen über konkrete Pläne, Einzelheiten über begonnene oder beendete Maßnahmen bietet das so genannte Altstadtplenum – eine öffentliche Bürgerversammlung, die das Bezirksamt mit dem fürs Programm zuständigen Altstadtmanagement zweimal pro Jahr veranstaltet.

Am 19. Januar hatten Baustadtrat Frank Bewig (CDU) und Altstadtmanager Andreas Wunderlich zur zweiten Runde der Zusammenkunft geladen. Um die 40 Gäste begrüßten sie im Bürgersaal des Rathauses Spandau – überwiegend waren es allerdings Mitarbeiter der beteiligten Ämter sowie Vertreter der Bürgergremien. Deren Aufgaben standen denn auch im Mittelpunkt.

Bis zu 10.000 Euro je Projekt

Vom erfolgreichen Start der Gebietsfondsjury berichtete Jurymitglied Dr. Klaus Leichter. Das Gremium entscheidet über Anträge auf ein Fördergeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro für Projekte, die der Altstadt zu Gute kommen. „Wir haben uns zunächst auf Kriterien für die Vergabe geeinigt“, erläuterte Leichter. „Die Projekte sollten der Stadtbildpflege dienen, für mehr Barrierefreiheit sorgen oder die Aufenthaltsqualität erhöhen.“ Allerdings müssen die Antragsteller die gleiche Summe investieren, wie jene, die sie aus dem Fördertopf bekommen. Bereits abgesegnet hat die Jury eine Bemal-Aktion von sieben Verteilerkästen, Initiator war die Vereinigung Wirtschaftshof Spandau. Eine weitere Finanzspritze gab’s in der Adventszeit für Lichterschmuck an Laternen jenseits der Breiten und Carl-Schurz-Straße. Das Projekt hatte die Gesellschaft Partner für Spandau eingereicht. Auch 2017 bewilligt die Gebietsfondsjury Zuschüsse für Bauvorhaben, Veranstaltungen, Aktionen. Nächste Abgabetermine für Anträge: jeweils am 15. März, Juni und September.

"Reden Sie mit uns!"

Dass er noch nicht viel Konkretes vermelden könne, sagte Michael Henkel, Sprecher der Altstadtvertretung, dem zweiten Bürgergremium. Der Beirat hat sich bislang fast nur mit Vorbereitungen und Bestandsaufnahmen beschäftigt. „Wir haben viele Rundgänge absolviert, Notizen gemacht, Vorschläge eingeholt, Kritik angehört.“ Die gesammelten Erkenntnisse sollen beispielsweise ins Gestaltungs- und Verkehrskonzept einfließen. Die Altstadtvertretung begleitet alle Maßnahmen des Förderprogramms, sie trifft sich einmal im Monat und hält engen Kontakt zur Verwaltung. „Wir wollen kanalisieren und kommunizieren, also reden Sie mit uns!“, lautete Michael Henkels Appell an die nicht eben zahlreich erschienene Anwohnerschaft.

Für den „Runden Tisch Gewerbe“ sprach Alexander Gallipp vom Schuhhaus Ega. „Als Einzelhändler schmort man ja oft im eigenen Saft“, so der Spandauer Unternehmer. „Wir brauchen aber Austausch und Kooperation – egal, ob es um gemeinsame Veranstaltungen, um Werbung oder verkaufsoffene Sonntage geht.“

Einen Überblick der wichtigsten Projekte gab schließlich Altstadtmanager Andreas Wunderlich. Größtes und aufwendigstes Vorhaben ist eine Runderneuerung der Fußgängerzone inklusive der drei Stadtplätze – Reformations-, Rathaus- und Bahnhofsvorplatz. Ein Freiraum- und Entwicklungskonzept für die Zitadelle steht ebenso an wie Sanierungs- und/oder Umbauarbeiten an Musikschule, Kulturhaus, Stadtbibliothek und dem Seniorenklub Lindenufer. Als Herzensangelegenheit bezeichnete Wunderlich die Belebung des östlichen Havelufers. „Hier fehlen Angebote für den Rad- und Wassertourismus. Wir prüfen aktuell, ob es möglich ist, einen Gastro-Standort einzurichten, vielleicht sogar mit einem Restaurantschiff.“

Ideen und Wünsche loswerden

Wer das zweite Altstadtplenum verpasst hat und nicht bis zum dritten warten möchte: Chancen, Wünsche oder Ideen loszuwerden, gibt es zur Genüge. Etwa in Rahmen der Stadtwerkstätten zur Vorbereitung eines Gestaltungshandbuchs. Der Katalog soll Leitlinien und Regeln fürs künftige Stadtbild liefern. Die Werkstätten finden im Kulturhaus Spandau in der Mauerstraße 6 statt, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr. Termine: 16. Februar zum Thema Straßenland-Sondernutzung, am 9. März geht’s um die Werbeanlagen.

Jederzeit über diese und andere Treffen sowie konkrete Pläne informieren kann man sich im Internet unter www.altstadtmanagement-spandau.de. bm
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