Gedenken an Abraham Brodtmann: Verurteilung des Stolperstein-Diebstahls

Die stellvertretende Schulleiterin Brunhilde Grzegorski (vorne, 2.v.r.) assistiert bei der Gedenkfeier. (Foto: Christian Schindler)
Berlin: Stolperstein |

Spandau. Zwei Wochen nach dem Diebstahl des Stolpersteins für Zilka Salomon lud die Evangelische Schule Spandau zu einer Gedenkfeier für Abraham Brodtmann an seinem Stolperstein, Havelstraße 2.

Auch der Stein für Abraham Brodtmann war wie der für Zilka Salomon und ihre Kinder Gerhard und Leonie Salomon am 24. Juni vom Künstler Gunter Demnig verlegt worden. Er erinnert an einen geachteten Bürger der Zitadellenstadt, der 1861 in Posen geboren wurde und dann in Spandau erfolgreich ein Herrenkonfektionsgeschäft an der Havelstraße 1 (heute Havelstraße 2) aufbaute. 1929 wurde Brodtmann Vorsitzender der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Spandau.

Seine Frau Betty starb schon 1934, und wurde auf dem Spandauer Jüdischen Friedhof beerdigt, der später auf den Begräbnisplatz der Gemeinde Adass Jisroel in Weißensee verlegt wurde, wo auch heute noch Betty Brodtmanns Grabstein steht.

Brodtmann musste 1939 musste in eine „Judenwohnung“ an der Schöneberger Gothaer Straße 5 ziehen, von wo er als 81-jähriger 1941 in das Jüdische Altersheim in der Großen Hamburger Straße übersiedeln musste. Von dort wurde er erst nach Theresienstadt und dann nach Treblinka deportiert, wo er am 19. September 1942 ermordet wurde. Seine Söhne Alfred und Erich wurden ebenfalls von den Nationalsozialisten ermordet, Alfred in Riga, Erich vermutlich in Auschwitz.

„Ein Stein ist wie ein Grab für einen Menschen, der kein Grab hat“, sagte zu Beginn der Gedenkfeier Religionslehrerin Anke Bruske von der Evangelischen Schule Spandau. Seit Oktober 2014 hatte sich die Klasse 10a zusammen mit ihr und Klassenlehrerin Melanie Rehmann auf die Spuren der Familie Brodtmann begeben. Die religiöse Zeremonie leitete Rabbiner Amnon Seelig.

Den Diebstahl des Stolpersteins für Zilka Salomon an der Lutherstraße 13 verurteilte am 8. Juli der Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung, Joachim Koza (CDU), im Namen aller Verordneten als „beschämende Tat“, für die es keine Rechtfertigung gebe. CS
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