Lenin kommt doch: Ankunft erfolgt am 10. September

Berlin: Zitadelle Spandau |

Haselhorst. Jetzt kommt er doch: Im Laufe des 10. Septembers wird der Kopf der Lenin-Statue vom ehemals nach dem Revolutionsführer benannten Platz auf der Zitadelle eintreffen.

Der 1,70 Meter hohe Kopf wird das wohl spektakulärste Exponat der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ sein. In der neuen Dauerausstellung können die Besucher der Zitadelle den Selbstdarstellungen von Regierenden und Herrschenden nachgehen. Ein Teil der Stücke stammt aus der ehemaligen Siegesallee im Tiergarten. Die genauen Ausstellungsdaten sind noch nicht bekannt.

So groß wie der Kopf ist, so umstritten war er. 1970 wurde der 19 Meter hohe Lenin des Bildhauers Nikolai Tomski auf dem Platz aufgestellt, der in Friedrichshain nach ihm benannt war. 21 Jahre später, die Mauer war gefallen und der Kommunismus am Ende, hatten die Berliner genug von ihm. Die Statue wurde zersägt, der Platz heißt längst Platz der Vereinten Nationen. Und doch sollte nicht für immer Gras über den Revolutionär wachsen, seine letzte Ruhestätte eben nicht ein Naturschutzgebiet in den Müggelbergen bleiben.

Bedenken gab es, und gibt es noch. Der Kopf des Ideologen könnte Pilgerstätte werden für jene, die noch immer von der Diktatur des Proletariats träumen. Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) spielte halböffentlich mit dem Gedanken, den Einzug Lenins auf „seine“ Zitadelle heldenhaft noch vor dem Tor zu stoppen. Mittlerweile sieht er in dem 3,5 Tonnen schweren Granitkopf weniger die Ideologie und mehr die Skulptur, die fachlich kommentiert über Geschichte Auskunft gibt.

Dann gab es sogar zeitweise das Gerücht, dass niemand wisse, wo der Granit-Lenin nun begraben sei. Schließlich wurden noch die Zauneidechsen ins Feld geführt, die sich durch die Bergung gestört fühlen könnten. Für den sicheren Transport des Monuments gilt nun, dass die Spedition Lenins alten Spruch beherzigt. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ CS
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