Polizei fand bei Verdächtigen Soft-Air-Pistole

Jennifer Korus auf dem Spielplatz am Burscheider Weg. Von dem Balkon links hinter ihr wurde am 11. September auf spielende Kinder geschossen. (Foto: Uhde)

Haselhorst. Jennifer Korus (27) saß mit anderen Eltern am 11. September gegen 16.30 Uhr gerade in gemütlicher Runde bei der Eltern-Kind-Gruppe des Gemeinwesenvereins Haselhorst am Burscheider Weg, als zwei Siebenjährige in den Raum stürzten. "Ein Mann hat auf dem Spielplatz eben auf uns geschossen", berichteten sie völlig entsetzt.

"Wir sind dann sofort gemeinsam zum Spielplatz der Gewobag hinter dem Haus am Burscheider Weg 14 h gerannt", erzählt Jennifer Korus. Die Jungen hätten ihnen den Balkon im Erdgeschoss des benachbarten Hauses gezeigt, von dem aus sie beschossen worden seien. Sie hätten dann selbst dort einen älteren Mann gesehen, der einen Gegenstand in der Hand gehalten habe, der wie eine Pistole ausgesehen habe. Die beiden Jungen waren auch getroffen worden. Einer von ihnen hatte einen Schlag am Hinterkopf wahrgenommen, der andere war am Rücken getroffen worden. "Offenbar müssen das wohl so etwas wie Gummigeschosse gewesen sein", vermutet Jennifer Korus. Trotz intensiver Suche habe man aber keine Geschosse gefunden.Die Eltern informierten sofort die Polizei. Die erschienen auch umgehend mit einem Streifenwagen des zuständigen Polizeiabschnitts sowie Beamten einer Einsatzhundertschaft. Auf Nachfrage bestätigt Stefan Redlich, Sprecher der Polizei Berlin, den Vorfall.

"Wir haben bei dem Bewohner der von den Eltern genannten Wohnung eine Soft-Air-Pistole sichergestellt", sagt Redlich. Gegen den Tatverdächtigen sei eine Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung sowie eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige wegen des Führens beziehungsweise Schießens mit einer "Anscheinswaffe" geschrieben worden. Über die möglichen Konsequenzen für den Tatverdächtigen wird die Justiz befinden. Gegenüber den Angaben der Zeugen sei der Mann allerdings bislang nicht wegen derartiger Taten in Erscheinung getreten.

Die Polizei kann derartige Gefährdungen natürlich nicht vorhersehen. "Wenn aber bekannt wird, dass ein ähnlich gelagerter Sachverhalt droht, schöpft die Polizei alle Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr aus und wird präventiv vorgehen", sagt der Polizeisprecher.

"Das genau ist auch der Grund, warum ich darauf großen Wert lege, dass dieser ungeheuerliche Vorgang publik wird", sagt Jennifer Korus, die zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren hat. Eltern, die in der Umgebung wohnten, müssten unbedingt wissen, welche ungeahnten Gefahren ihren Kindern hier drohten.


Michael Uhde / Ud
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden