Spandauerin schlitterte von einem Unglück ins nächste

Haselhorst. Erst stürzte sie schwer, dann verlor Ute Bollfras ihre Handtasche. Dank vieler selbstloser Helfer hatte der Pechvogel am Ende aber doch mehr Glück als Unglück.

Der Mittwoch schien ein ganz normaler Tag zu werden. Ute Bollfras stand früh auf, frühstückte und lief zum Supermarkt an der Gartenfelder Straße, nur fünf Minuten von ihrer Wohnung entfernt. Dann nahm aber das Unglück seinen Lauf: Auf dem Heimweg stürzte sie mit vollgepackten Einkaufstaschen auf dem eisglatten Fußweg. Ein Ehepaar eilte zu Hilfe, zog Ute Bollfras aus den Büschen, in die sie gefallen war. Noch wackelig auf den Beinen bot der Mann ihr an, sie nach Hause zu bringen. Unterwegs wurde ihr schwindelig und sie wollte eine Tablette nehmen. Doch ihre Handtasche war plötzlich nicht mehr da. "Also liefen wir zurück zu der Stelle, wo ich gestürzt war. Aber die Tasche war weg", erzählt die 49-Jährige. Panik kam auf. Mit der Tasche waren Wohnungsschlüssel, Handy, Papiere, EC-Karte und 100 Euro in bar verloren. Auch im Supermarkt hatte niemand ihre Handtasche gefunden. Eine freundliche Mitarbeiterin zeigte ihr sogar das Video von der Überwachungskamera. Als Ute Bollfras den Markt verließ, hatte sie demnach ihre Tasche noch am Arm. Also lief sie erneut zur Sturzstelle und durchforstete die Büsche. Zwei Frauen sprachen sie an, suchten mit ihr die Straße und umliegende Müllcontainer ab. Doch weit und breit keine rote Tasche.

Dann folgte noch mehr Hilfsbereitschaft: Eine der Frauen lieh Ute Bollfras ihr Handy, damit sie ihren Mann anrufen konnte. Danach eilte die Spandauerin wieder zurück zum Supermarkt, um ihre Einkaufstüten zu holen. Die durfte sie während ihrer Suche dort stehen lassen. Der Filialleiter hatte inzwischen von ihrem Verlust erfahren und telefonierte mit ihrer Bank, damit sie ihre EC- und Kreditkarte sperren lassen konnte. Dann ging Ute Bollfras nach Hause. Sie wollte bei einem Nachbarn auf ihren Mann warten. Doch der war bereits daheim und überraschte sie mit einer frohen Nachricht.

Selbstlos und freundlich

Ein Ehepaar hatte die Handtasche gefunden und einen Zettel mit seiner Adresse an der Haustür der Bollfras hinterlassen. "Ich war so glücklich, dass es noch ehrliche Finder gibt", sagt Ute Bollfras. Als Dankeschön brachte sie dem Paar einen Blumenstrauß vorbei.

Der Verband um das verstauchte Handgelenk wird Ute Bollfras noch eine Weile an ihr Pech erinnern. Am Ende aber hatte sie aber Glück im Unglück - dank der vielen Helfer. "Alle waren so selbstlos und freundlich zu mir. Ich musste um nichts bitten. Das erlebt man heute nur noch selten."


Ulrike Kiefert / uk
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