Anwohner wollen Flüchtlingsheim nicht

Berlin: Wasserstadt |

Haselhorst. Der Bezirk muss weitere Flüchtlinge unterbringen. Doch gegen eine geplante Unterkunft in der Wasserstadt formiert sich unter Anwohnern Widerstand.

Auf einer landeseigenen Fläche in der Wasserstadt soll eine mobile Unterkunft für 250 bis 350 Flüchtlinge entstehen. Wie berichtet, hatte Spandaus Baustadtrat darüber kürzlich im Stadtentwicklungsausschuss informiert. Um das Containerdorf zu errichten, will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung das Areal an der Rhenaniastraße für einen potenziellen Investor ausschreiben. Mit einem Baustart rechnet das Bezirksamt in diesem Jahr allerdings nicht mehr.

Doch im direkt benachbarten „Gartenviertel“ regt sich schon jetzt der Widerstand. Rund 380 Familien wohnen in der Eigenheimsiedlung, die beidseitig der Ruppiner-See-Straße und entlang der Daumstraße liegt. „Höchst irritiert über die Informationspolitik des Bezirks protestieren wir auf das Schärfste und verlangen die Änderung dieser Planung“, schreiben die Anwohner in ihrem Brief an Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und kündigen auch gleich „ernsthaften und dauernden öffentlichen Widerstand“ an. Ob sie klagen, demonstrieren oder das Areal besetzen wollen, schreiben sie nicht. Aber die Gründe für ihren Protest nennen sie: Das Siedlungsgebiet sei für so viele Flüchtlinge nicht geeignet und die Planung bei so wenigen Anwohnern „völlig unverhältnismäßig“.

Außerdem merken die Familien an, dass gelungene Integration im Gartenviertel bereits vorbildlich gelebt werde, da der Anteil der Hauskäufer mit ausländischen Wurzeln hoch sei. Ein weiteres Problem aus ihrer Sicht: In der Siedlung soll eine neue Kita gebaut werden. Unter diesen Bedingungen, so die Anwohner, könnte der Träger abspringen und die dringend benötigte Kita nicht gebaut werden. In dem Schreiben an den Rathauschef ist auch von einem möglichen „Wertverlust“ der Grundstücke zu lesen, wenn das Flüchtlingsheim an der Rhenaniastraße gebaut würde. Die Anwohner wollen deshalb, dass der Standort komplett aufgegeben wird.

Bürgermeister Helmut Kleebank kündigte für die Rhenaniastraße noch im November eine Infoveranstaltung an, auf der über den aktuellen Stand berichtet werden soll. uk
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