Meinungsaustausch mit Sandra Scheeres über Gewerbe, Verkehr und Schülerklub

Bildungssenatorin Sandra Scheeres diskutiert mit Heinersdorfern über deren Probleme. (Foto: Bernd Wähner)
 
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (Mitte) und die SPD-Fraktionsvorsitzende Rona Tietje (rechts neben ihr) trafen sich auf dem Gelände des Heinersdorfer Schülerklubs mit Mitgliedern des Bürgervereins Zukunftswerkstatt Heinersdorf. (Foto: Bernd Wähner)

Heinersdorf. Er zählt zu den Ortsteilen, in denen in den kommenden Jahren viele neue Wohnungen gebaut werden. Auch neues Gewerbe soll sich ansiedeln. Doch wie wird sich die Infrastruktur in Heinersdorf entwickeln?

Unter anderem um diese Frage ging es bei einer Stippvisite von Bildungssenatorin und Abgeordnetenhausmitglied Sandra Scheeres (SPD). Sie traf sich zu einem Informations- und Meinungsaustausch mit Mitgliedern des Bürgervereins Zukunftswerkstatt Heinersdorf. Als Gesprächspartner brachte sie die SPD-Fraktionsvorsitzende in der BVV, Rona Tietje, und Roland Schröder (SPD), den Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), mit.

Ein Thema, das den Heinersdorfer unter den Nägeln brennt: die geplante Ansiedlung des Fleischzerlegebetriebs im Gewerbegebiet. Gerade erst hatte die BVV einen Beschluss zum Bau der entsprechenden Erschließungsstraßen gefasst. Sie sollen mit Fördermitteln aus dem Programm Gemeinschaftsaufgabe Ost gebaut werden. Damit die Förderung nicht verfällt, musste ihr Bau jetzt beschlossen werden.

Gegen Fleischzerleger

Die meisten Bewohner des Ortsteils sind gegen eine Ansiedlung des Fleischzerlegers. Sie befürchten vor allem ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, wenn täglich etliche Lkw über die bisher schlecht ausgebauten Heinersdorfer Straße rattern. Auch die Pankower SPD ist gegen die Ansiedlung des Betriebes. Sie hoffte auf wohnverträgliche Ansiedlungen im Heinersdorfer Gewerbegebiet, erklärt ihr Vorsitzender, Knut Lambertin. Deshalb bedaure er den BVV-Beschluss.

Diesen Standpunkt bekräftigt auch Sandra Scheeres bei ihrem Besuch in Heinersdorf. Werden die Erschließungsstraßen gebaut, so werden sich die bestehenden Verkehrsprobleme im Ortsteil weiter verschärfen, sagt sie. „Solch ein Betrieb passt hier einfach nicht her.“ Roland Schröder ergänzt, dass man sich mit dem Beschluss zu den Erschließungsstraßen auch eine Erschließung des künftigen Wohngebiets Blankenburger Pflasterer über dieses Gelände verbaue. Aber alle anderen Fraktionen der BVV sehen das anders.

Auf politischem Wege könne man wohl nichts mehr machen, das ist auch den Vertretern des Vereins Zukunftswerkstatt Heinersdorf klar. „Aber vielleicht könnte mit Anwohner-Klagen und dem Verweis auf das Bundesemissionsschutzgesetz noch etwas erreicht werden“, so Vereinsvorstand Daniel Becker.

Zu wenige Schulplätze

Ein weiteres Thema für den Bürgerverein ist die Versorgung mit Grundschulplätzen. An der Grundschule am Wasserturm ist ein Mobiler Ergänzungsbau errichtet worden, sodass sich die Anzahl der Grundschulplätze im Ortsteil bereits erhöhte. Aber weitere Schulplätze sind nötig, vor allem weil noch weitere Wohnungen geplant ist. Deshalb hält Sandra Scheeres daran fest, dass auf dem nahe gelegenen Gebiet des Baugeländes Pankower Tor zwei Schulen entstehen.

Auch beim Thema Nahverkehr wünschen sich die Heinersdorfer Verbesserungen. Zurzeit ist ihr Ortsteil mehr schlecht als recht an den ÖPNV angeschlossen. Wichtigstes Nahverkehrsmittel ist die Straßenbahnlinie M2, die von Heinersdorf zum Alexanderplatz fährt. „Wir wünschen uns, dass die Straßenbahn von Heinersdorf über das Pankower Tor bis nach Pankow verlängert wird“, sagt Dr. Gerd Müller vom Bürgerverein. Auch eine Anbindung des künftigen Wohngebiets am Blankenburger Pflasterweg über eine Straßenbahnlinie sei sinnvoll.

Verstärkung im Schülerklub

Ein Thema, bei dem Sandra Scheeres noch einmal nachhaken will, ist die personelle Ausstattung des Heinersdorfer Schülerklubs. Bisher kümmert sich Sozialarbeiterin Karoline Kuzera allein darum. Etwa 25 Schüler kommen jeden Tag. Auch in den Ferien gibt es Programm. Außerdem sind Gespräche mit Eltern zu führen, und auch die Mitarbeit in unterschiedlichen Gremien hat die Sozialarbeiterin zu leisten. Um das alles abdecken zu können, ist eine zweite Stelle im Club unbedingt nötig, so der Vorstand des Bürgervereins.

Diese und weitere Themen zeigen: In Heinersdorf gibt es etliche Problem und manches ist im Fluss. Deshalb will Sandra Scheerers mit dem Bürgerverein weiter in engem Kontakt bleiben und sich immer wieder mal im Ortsteil blicken lassen. BW
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