Kurt-Weill-Platz in Helle Mitte ist endlich komplett

(Foto: hari)

Hellersdorf. Der Kurt-Weill-Platz ist endlich fertig. Statt der bisherigen verwilderten Grünfläche erwartet die Passanten am Rande von Helle Mitte ein kleines Schmuckstück. "Wir haben uns intensiv mit dem Leben von Kurt Weill auseinandergesetzt", sagt Landschaftsarchitektin Gabriele Wilheim-Stemberger vom Grünflächenamt.

Der Hauptweg zwischen der Janusz-Korczak-Straße und der Kastanienallee ist jetzt ein Plattenband, in dem die wichtigsten Lebensstationen des Komponisten - Dessau, Berlin, Paris und New York - eingepflastert sind.

Kurt Weill (1900-1950) ist als Komponist der "Dreigroschenoper" bekannt. Er komponierte darüber hinaus aber auch zahlreiche Opern, Musicals, Orchesterwerke und Lieder. Der aus jüdischer Familie stammende Komponist emigrierte 1933 aus Deutschland und fand seine zweite Heimat ab 1935 in den USA. Er feierte am Broadway Erfolge und einige seiner Songs sind Klassiker der Jazz-Musik.

Am Ende des Platzes zur Kastanienallee steht die Bank "Lotte und Kurt". Die "Sitzskulptur" erinnert außer an Kurt Weill auch an seine Ehefrau, die Sängerin und Schauspielerin Lotte Lenya. Weitere Sitzobjekte sind nach Figuren aus der "Dreigroschenoper" gestaltet: der Seeräuber-Jenny, Mackie Messer und dem Haifisch, der seine Zähne zeigt. Die Sitzskulpturen sind nach Entwürfen der Berliner Künstlerin Sabine Nier gestaltet. Passanten können darauf Platz nehmen. "Ich glaube, das hätte Kurt Weill gefallen", sagt Nier.

Die Führung der Wege über den Platz orientiert sich an den zuvor vorhandenen Trampelpfaden. Die drei Platzebenen werden durch Treppenanlagen und Rampen verbunden. Im nordöstlichen Bereich wurde das Gelände aufgeschüttet und als Blumenfenster gestaltet, das sich zum Zentrum des Stadtteils öffnet.

Der Platz hatte bereits 1995 im Zuge der Entstehung von Helle Mitte den Namen des Komponisten erhalten. Es gibt hier auch die Kurt-Weill-Gasse, die von der Senftenberger Straße bis zum Alice-Salomon-Platz führt. Die Fertigstellung des Platzes verzögerte sich immer wieder, weil keine Mittel zur Verfügung standen. 2012 setzte das Bezirksamt den Platz auf eine Prioritätenliste. Daraufhin stimmte der Senat zu, rund 280 000 Euro für dessen Ausbau aus Mitteln des Förderprogramm Stadtumbau Ost zu verwenden. Es ist der letzte Platz, der in Helle Mitte noch fertigzustellen war.


Harald Ritter / hari
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.