Schwierige Suche nach Ersatzstandort für Mozart-Schule

Die Schüler der Oberstufe der Mozart-Schule sollen während der Sanierung des Gebäudes umziehen. Um einen Ersatzstandort wird gestritten. (Foto: hari)
Berlin: Wolfgang-Amadeus-Mozart-Schule |

Die Sanierung des zweiten Gebäudes der Wolfgang-Amadeus-Mozart-Schule ist lange geplant. Jetzt gibt es einen Streit um den Ersatzstandort während der Bauarbeiten.

Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) will die Schüler der siebten bis zehnten Klassen während der Sanierung in einem Gebäude an der Coswiger Straße im Marzahner Gewerbegebiet nördlich des S-Bahnhofes Springpfuhl unterrichten lassen. Es gehört einem privaten Bildungsträger. Den weiten Schulweg hält Lemm für Schüler dieser Altersstufen für zumutbar, zumal das Gewerbegebiet mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln gut erreichbar sei. Damit wäre auch der ursprüngliche Plan vom Tisch, die Oberschüler an unterschiedlichen Standorten zu unterrichten. Das hatte die BVV zurückgewiesen.

Die Linkspartei lehnt die Lösung jedoch aus finanziellen und pädagogischen Gründen ab. Die Anmietung des Gebäudes kostet pro Jahr 500 000 Euro. Da Lemm dieses auch als Ausweichstandort für andere Schulsanierungen nutzen und für zehn Jahre mieten will, käme eine Summe von fünf Millionen Euro zusammen. „Dem müssen das Abgeordnetenhaus und die Senatsfinanzverwaltung erst einmal zustimmen“, sagt Björn Tielebein, Fraktionsvorsitzender der Linken in der BVV.

Tielebein befürchtet vor allem, dass die Gemeinschaftsschule ihren Charakter verliert. „Wenn die siebten bis zehnten Jahrgangsstufen über längere Zeit weit entfernt unterrichtet werden, ist das Projekt der Gemeinschaftsschule gefährdet“, sagt er. Die Mozart-Schule hatte in den zurückliegenden Jahren ohnehin Probleme, Schüler zu gewinnen. Nachdem Gewaltvorfälle bekannt geworden waren, schickten viele Eltern ihre Kinder lieber auf andere Oberschulen. Einen vergleichbaren Verlust befürchtet Thielebein, wenn Schüler einen längeren Schulweg in Kauf nehmen müssten. Eltern von Grundschülern würden dann lieber ihre Kinder auf eine andere Schule schicken.

Die Linke hat unterdessen eigene Standorte ausfindig gemacht und in einer Pressemitteilung veröffentlicht. So könnten Schulgebäude auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft an der Maxie-Wander-Straße oder das von Flüchtlingen inzwischen leergezogene ehemalige Schulgebäude am Glambecker Ring genutzt werden. An der Kyritzer und der Roßlauer Straße stünden inzwischen leer stehende Schulcontainer zur Verfügung.
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