Verkauf von Brache umstritten

Das Bezirksamt such seit Jahren nach einer Perspektive für das Gut Hellersdorf als Gewerbestandort. (Foto: hari)

Hellersdorf. Der Wohnungsbau soll in Berlin in Zukunft koordinierter ablaufen. Doch das klappt bei Weitem nicht immer, wie das Beispiel der Zossener Straße zeigt.

Alles klang recht vielversprechend, als das Bezirksamt im vergangenen Jahr einen Plan vorlegte. Er betraf die Entwicklung eines großen Gebietes südlich der Zossener- bis zur Hellersdorfer Straße. Hier befinden sich unter anderem zwei Flächen aufgegebener Schulen und das Gut Hellersdorf. Es sollte ein Wohngebiet entstehen, kombiniert mit der Ansiedlung von Gewerbe auf dem Gut Hellersdorf.

Doch so einfach ist es nicht, wie das Bezirksamt sich das vorgestellt hat. Denn die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) ist für den Verkauf von Landesgrundstücken zuständig. Und diese gab nun bekannt, dass sie eines der Grundstücke, eine Brache in der Zossener Straße, an einen privaten Investor verkaufen will. Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung, sieht hiermit die Pläne des Bezirks gefährdet: "Wenn wir die Flächen nicht beieinanderhalten, gibt es vielleicht ein paar Wohnungen mehr, ansonsten ist aber nichts gewonnen." Eine Pressesprecherin der BIM hält dagegen: "Derzeit gibt es keine Vermarktungsaktivitäten." Über den weiteren Umgang mit den Grundstücken werde der Portfolioausschuss, ein Gremium aus Vertretern der Senatsverwaltungen und Bezirksverwaltungen, entscheiden. Wann der Ausschuss tagt, sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu sagen, heißt es.

Das Gut Hellersdorf besteht aus denkmalgeschützten Stallgebäuden und DDR-Bauten. Eine Anzahl von Gewerbetreibenden hat hier ihre Geschäfte. Neuansiedlungen scheitern aber an der desolaten Infrastruktur. Rund ein Drittel der Gewerbeflächen steht leer. Der Bezirk möchte das gesamte Areal zwischen Zossener und Cottbusser Straße in die Hand eines Investors geben. Gewerbe und etwa 600 Wohnungen sollen somit entstehen.

Gräff hat sich indessen mit einem Schreiben an die Senatsverwaltung gewandt, um die BIM am Verkauf zu hindern. "Das ist die Nagelprobe, ob der Senat es mit der Wahrnehmung gesamtstädtischer Interessen ernst meint", erklärt er. hari

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