Ein neuer Lernort zum Anfassen: Oberschule startet Landwirtschaftsprojekt

Die Schüler Damian Maliska und Dave Busche gießen auf dem Gelände der Caspar-David-Friedrich-Oberschule frischangepflanzte Blaubeer- und Johannisbeersträucher. (Foto: hari)
Berlin: Caspar-David-Friedrich-Schule |

Hellersdorf. Die Caspar-David-Friedrich-Schule will zur „essbaren Schule“ werden. Dabei geht es nicht nur ums Essen.

Die Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz setzte im Jahr 2013 die Bewegung der „essbaren Städte“ in Gang. Seitdem verpflichten sich immer mehr deutsche Städte, ihre Territorien grüner zu machen. In Anlehnung daran startete die Caspar-David-Friedrich-Oberschule ihr Projekt der „essbaren Schule“. Die Schüler bekommen auf dem Schulgelände Gelegenheit, Gemüse und Obst anzubauen. Die Früchte ihrer Arbeit werden in der Schulküche verwertet.

Die Idee entstand aus einem Missstand. 2014 hatte die Schulleitung die Nase voll von den Klagen über das Schulessen. Sie kündigte der Catering-Firma und der Vater einer ehemaligen Schülerin übernahm die Schulküche. „Daraus entstand die Idee, auch Gemüse und Obst für die Küche selbst anzubauen“, sagt Katrine Cremer vom Verein Förderband. Dieser betreibt an der Schule den Schülerklub. Das Konzept für die schuleigene Produktion entwickelte der Verein mit Partnern wie der TU Berlin und der Grünen Liga. Das Bezirksamt stellte für drei Jahre Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ bereit. Hiermit kann der Verein Nah-haft zwei Halbtagsstellen bezahlen. Die Mitarbeiter organisieren das Projekt „essbare Schule“ und unterstützen die Schüler. Die Schulleitung stellte einen Streifen Land an der Sportanlage entlang des Fußweges von der Alten Hellersdorfer Straße zur Verfügung. Eine weitere Brache hinter dem Schulgebäude soll noch urbar gemacht werden.

Freiwillig am Wochenende zugepackt

Ende April wurde an einem Sonnabend in freiwilliger Arbeit von Schülern und deren Eltern der erste Teil des landwirtschaftlichen Geländes hergerichtet. Diese bauten zusammen Hochbeete und pflanzten darin Tomaten und Mais. Gleich daneben wurden Sträucher wie Blaubeere oder Johannisbeere in die Erde gesetzt.

Die Tomatenpflanzen beispielsweise haben die Schüler selbst gezogen. So können sie die Entwicklung der Nahrung vom Samen bis zur Speise nachvollziehen. Diese Früchte sind natürlich nicht ausreichend, um die Schulküche mit Grundprodukten zu versorgen. Was noch fehlt, liefert ein Ökolandwirt aus Brandenburg.

Ganz nebenbei werden Themen wie gesunde Ernährung, Umweltbewusstsein und ökologische Zusammenhänge behandelt und auch Berufsorientierung betrieben. „Es entsteht ein Lernort zum Anfassen“, erklärt Schulleiterin Gabriele Müller. hari
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