Das „Bunte Haus“ in Hellersdorf will die Lust am Lesen wecken

Um das Interesse am Lesen zu wecken, spielt Sybille Freudenberg oft das „Buchdeckel-Quiz“. Die Kinder müssen dabei über den Einband und den Klassentext das Wesentliche einer Geschichte erfassen. (Foto: hari)
 
Sybille Freudenberg spielt mit Kindern im Buchklub des „Bunten Hauses“ ein Silbenquiz, um die Lust am Lesen zu wecken. (Foto: hari)
Berlin: Buntes Haus |

Marzahn-Hellersdorf. Es gibt viele lokale Initiativen zur Leseförderung. Das Lesenetzwerk Marzahn-Hellersdorf verknüpft diese Initiativen im Bezirk.

Besonders dicht ist das Lesenetzwerk in den Plattenbaugebieten geknüpft, wo Leseförderung am nötigsten ist. Hier ist der Anteil der Eltern, die keine Bücher besitzen und nicht lesen, besonders groß. Entsprechend groß ist der Anteil der Kinder, die in der Schule Schwierigkeiten schon beim Verstehen von Texten haben.

Das „Bunte Haus“ des Vereins Roter Baum in der Hellersdorfer Promenade 14 ist einer von Dutzenden vom Lesenetzwerk ausgewiesenen „Leseorte“. Das Schild an der Tür weist darauf hin, dass hier gelesen werden kann und soll. Vor der Tür steht zudem eine „Lesebank“, auf der Bücher zum Tauschen oder einfach zum Mitnehmen bereitliegen.

Der Leseklub im „Bunten Haus“ ist Mitglied des Lesenetzwerkes. Er besteht seit 2010. Die dazugehörige Bibliothek umfasst mittlerweile 2000 Bücher. Die weitaus meisten richten sich an Kinder. Es gibt einen kleinen Bestand an Ratgeberliteratur und Alltagswissen und einige Bücher der Weltliteratur. „Wer sonst nicht liest, ist am leichtesten über die Probleme des Alltags ansprechbar“, sagt Freudenberg. Die Literaturwissenschaftlerin leitet den Leseklub.

Die Bibliothek im „Bunten Haus“ ist allen Kindern und Erwachsenen von Montag bis Freitag in der Zeit von 13 bis 17 Uhr zugänglich. Außerdem liest Freudenberg zweimal in der Woche, montags und donnerstags, von 14 bis 17 Uhr Kindern und Eltern, wenn diese mitmachen wollen, vor. „Dabei lernen die Eltern, wie sie selbst ihren Kindern vorlesen können und welchen Spaß dann beide haben, die Kinder und die Eltern“, erklärt Freudenberg.

Die von Freudenberg angewandten Methoden, die Kinder zum Lesen zu bringen, sind vielfältig. Das reicht vom gemeinsamen Spielen über Basteln und Malen bis zum Theaterspielen, immer auf ein Buch bezogen. Sie meidet dabei auch nicht die digitale Welt. CDs und DVDs kommen genauso zum Einsatz wie Apps, die Bücher den Kindern näher bringen.

Ein beliebtes Spiel ist das „Buchdeckel-Quiz“. Dabei lässt die Literaturwissenschaftlerin Kinder bei geschlossenen Buchdeckeln nur anhand des Einbandes und des Klappentextes raten und schildern, worüber und was in dem Buch erzählt wird. „So kommen sie über Bilder und einen kurzen Text dazu, das Wesentliche zu erfassen und Geschichten zu erzählen“, erläutert die Leiterin des Buchklubs.

Lesefest im Kulturgut

Das Buchdeckel-Quiz will sie auch auf dem Sommer-Lesefest des Lesenetzes am Sonntag, 5. Juni, vorstellen. Auf der Veranstaltung treten Mitglieder und Freunde des Lesenetzwerkes Marzahn-Hellersdorf von 14 bis 18 Uhr im Kulturgut Marzahn, Alt-Marzahn 23, auf.

Im Saal und auf dem Innenhof des Kulturgutes, auf dem sogenannten kleinen Hof und im Bauerngarten wird Literatur in Form von Kinderliedern, Märchenaufführungen und anderen Aktionen den Besuchern nähergebracht. Der Eintritt zum Fest ist frei. hari

Mehr Informationen zum Lesenetz und zum Lesefest unter leseorte-mh.berlin.
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