Gut Hellersdorf soll zur neuen "Alten Börse" werden

Ankelina Möller und Roman Hillmann wollen aus Gut Hellersdorf einen Ort für Kulturveranstaltungen machen, mit Marktplatz und anderen Attraktionen. (Foto: hari)

Hellersdorf. Ein Künstlerpaar möchte aus dem Gut Hellersdorf einen modernen Veranstaltungsort machen. Es findet Unterstützung in der Politik, hat aber noch viele Fragezeichen aufzulösen.

"Das könnte hier ähnlich wie in der Alten Börse laufen. Aus einem Trümmerhaufen machen wir ein kulturelles Zentrum", sagt Roman Hillmann. Der Produktionsleiter bei Film und Fernsehen hat zusammen mit seiner Lebenspartnerin, der Künstlerin Ankelina Möller, vor einem halben Jahr das Gut Hellersdorf entdeckt.

Beide bewohnen eine Baracke auf dem Gelände des ehemaligen Magerviehhofs in Marzahn. Sie haben bei der Umgestaltung des vor sich hindümpelnden Gewerbegebietes unter der Marke "Alte Börse" zu einem Ort für Szenepartys und Kunstveranstaltungen mitgewirkt. "Warum sollte nicht Ähnliches auch in Hellersdorf möglich sein?" fragt Möller.

Das Paar will zunächst im leer stehenden Teil des Gutes anfangen. Die Scheune eigne sich gut als Ort für Musikveranstaltungen. Für den Speicher gäbe es Interessenten aus der Berliner Gastronomie-Szene. Eine Chance für das Gut sehen sie auch durch die IGA. "Da fließt viel Geld nach Hellersdorf, warum nicht auch für das Gut?" fragt Hillmann.

Das Bezirksamt plant dagegen, das Gut zusammen mit einem größeren Gelände zwischen Gut und Zossener Straße an ein Wohnungsunternehmen aus dem Bezirk zu verkaufen. Das Unternehmen will Wohnungen bauen und das Gut als Gewerbestandort sanieren und neu vermarkten. Die Pläne liegen dem Liegenschaftsfonds vor, der die Flächen im Auftrag des Landes vermietet. "Wir befinden uns gegenwärtig in Abstimmungen mit dem Bezirk über das weitere Vorgehen", sagt Marlies Masche von der Pressestelle des Liegenschaftsfonds. An einen Verkauf des Gutes denke der Liegenschaftsfonds gegenwärtig nicht.

Hillmann und Möller haben unterdessen erste Gespräche mit Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff (CDU) und Kulturstadträtin Juliane Witt (Die Linke) geführt. Laut Hillmann zeigte sich die Kulturstadträtin bei einer Begehung des Geländes begeistert von der Idee, ein kulturelles Zentrum zu entwickeln.

Gräff bleibt dagegen auf Nachfrage eher skeptisch. "Niemand kann aus dem Gut etwas machen, ohne viel Geld in die Hand zu nehmen", sagt er.

Eine Zukunft als Kulturstandort können sich dagegen Politiker im Berliner Abgeordnetenhaus sehr gut vorstellen. Die Linke-Politikerin Gabriele Hiller (Die Linke) hat sich mit Grünen-Abgeordneten dazu verständigt und will auch auf die SPD zugehen. "Man sollte die Idee zumindest prüfen", sagt Hiller.


Harald Ritter / hari
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