Weiher ohne Wasser: Planungsbüro schlägt Einleitung von Regenwasser vor

Noch vor zehn Jahren gab es ausreichend Wasser im Beerenpfuhl. (Foto: Klaus Teßmann)
Berlin: Hönower Weiherkette |

Hellersdorf. Die Hönower Weiherkette bildet die nördliche Grenze von Hellersdorf. Wald, Wiesen und zwölf Pfuhle und Weiher gehören zu dieser einmaligen Region. Sie droht indes zu verschwinden.

Seit zwei Jahren wird in Hellersdorf über die Entwicklung in der Weiherkette als Naherholungsgebiet diskutiert. Zwei große Probleme stehen dabei im Mittelpunkt. Das Grünflächenamt ist nicht in der Lage, die Flächen regelmäßig zu pflegen. Die Wege, die in den 90er-Jahren angelegt worden sind, wachsen langsam zu. Bäume und Sträucher haben sich auf den Wiesenflächen breit gemacht, sodass diese Wiesen in absehbarer Zeit zugewachsen sein werden.

Das zweite Problem ist der Wasserhaushalt. Dort, wo vor einigen Jahren noch die Seen voller Wasser waren, Schwäne und Enten brüteten, ist nur noch eine Sumpflandschaft. Es gibt kaum noch Wasser in den Seen.

Mit der Entwicklung beschäftigen sich seit zwei Jahren die Landschaftsplaner vom Planungsbüro Fugmann/Janotta. Ihre im Herbst 2015 vorgestellten ersten Vorschläge, das ganze Gebiet einzuzäunen, damit dort ab November eine Herde schottischer Hochlandrinder weiden kann, stieß auf heftigen Protest der Hellersdorfer. Wegeverbindungen wären damit abgeschnitten werden.

Inzwischen wurden die Pläne überarbeitet. Nun sind vier Weideflächen vorgesehen, die abwechselnd eingezäunt werden können.

Doch das größte Problem ist das fehlende Wasser. Damit beschäftigt sich die Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH. Prof. Heiko Sieker erklärte auf einem Forum Mitte Mai, dass in den vergangenen vier Jahren viel zu wenig Regen gefallen ist.

Alle Seen in der Weiherkette werden vom Grundwasser aus dem Barnim und vom Regenwasser gefüllt. Der Beerenpfuhl ist bereits komplett ausgetrocknet. In den anderen Pfuhlen gibt es kaum noch Wasser. Damit wachsen auch die Gewässer immer weiter zu und die Wasservögel verlieren nach und nach ihre Brutgebiete. Abhilfe könnte eine Verbindung zur Regenwasserkanalisation schaffen. Prof. Sieker unterbreitete den Vorschlag, die Regenwasserleitung in der Zerbster Straße zu kappen und das Wasser über eine Schilfkläranlage in den Pfuhl zu leiten. Auch das Regenwasser von der Landsberger Chaussee soll für einen besseren Wasserhaushalt sorgen. Allerdings muss dazu eine Schilfkläranlage gebaut werden, so wie sie sich seit vielen Jahren am Biesdorfer Baggersee bewährt hat.

Auf Nachfrage der Berliner Woche zeigten sich die Berliner Wasserbetriebe hinsichtlich des Problems auf dem Laufenden und zur Kooperation bereit. „Wir haben vom Wassermangel-Problem dort und auch vom Sieker-Gutachten gehört“, erklärte der Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe Stephan Natz. „Wir können uns auch die Einleitung von Regenwasser aus dem Wohngebiet vorstellen, um den Wasserhaushalt zumindest der direkt angrenzenden Weiher zu stützen.“ Dafür müsste allerdings Marzahn-Hellersdorf die Genehmigung erteilen. „Auch eine Reinigungsanlage Bedingung ist, damit die Gewässer nicht vom Straßenschmutz verunreinigt werden.“ Der Bezirk müsse eine solche Lösung wollen und eine Finanzierung und die Genehmigungen bereitstellen. KT

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