Engagiert in der Flüchtlingsarbeit

André Gaedecke (links) wurde von Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) für sein Engagement als Flüchtlingshelfer ausgezeichnet. (Foto: hari)
Berlin: Rathaus Marzahn-Hellersdorf |

Marzahn-Hellersdorf. Das Bezirksamt hat zum fünften Mal in Folge Menschen ausgezeichnet, die sich um die Integration von Migranten besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr rückten Flüchtlingshelfer in den Vordergrund.

Derzeit leben in Marzahn-Hellersdorf 3000 Flüchtlinge in drei Heimen, drei Notunterkünften und vier Turnhallen. Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) dankte am Freitag, 19. Februar, besonders den Helfern, die im vergangenen Jahr ihre Kraft und Freizeit bei der Erstunterbringung von Flüchtlingen und bei ersten Integrationsschritten einbrachten. Sie erhielten wie alle insgesamt 30 Geehrten eine Urkunde, eine Rose und jeweils eine Jahreskarte für die Parkanlagen der Grün Berlin GmbH.

„Ich weiß auch, dass Ihr Einsatz von anderen nicht immer verstanden wird und selbst im Freundes- und Bekanntenkreis die unterschiedlichsten Diskussionen mit sich bringt“, erklärte der Bürgermeister. Es sei aber wichtig, dies auszuhalten, denn Deutschland erwarte 2016 in etwa so viele Flüchtlinge wie im vergangenen Jahr.

Einer der im Rathaussaal ausgezeichneten ist André Geadecke. Der 56-jährige aus Hellersdorf ist seit 1990 in der SPD und seither mit kurzen Unterbrechungen Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung. Der Historiker und freie Journalist engagiert sich seit 1995 in der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und ist unter anderem im Förderverein der Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen tätig.

Für Flüchtlinge engagiert sich Gaedecke seit Juli 2013. Damals erlebte er die Debatten und Anfeindungen mit, als das Bezirksamt die Pläne für das spätere Flüchtlingsheim in der Maxie-Wander-Straße vorstellte. Wenig später wurde er Mitglied der Initiative „Hellersdorf hilft“.

Seit dem vergangenen Jahr hilft er bei der Betreuuung von Flüchtlingen im Containerdorf im Blumberger Damm und arbeitet dort in der Kleiderkammer. Im November half er, die Sporthalle in der Rudolf-Leonhard-Straße als Notunterkunft für Flüchtlinge einzurichten. Er begleitet Flüchtlinge bei Gängen zu Behörden. Künftig will er außerdem an einem Projekt mitarbeiten, das durch das gemeinsame Lesen von Büchern Flüchtlingen den Zugang zur deutschen Sprache erleichtert. Auch er wird immer wieder auf sein Engagement hin befragt. „Die sind auch oft kritisch, meist aber sachlich. Nicht jeder ist mit der gegenwärtigen Aufnahme von Flüchtlingen einverstanden“, sagt er. In beschäftigt mehr noch das Versagen der Behörden in der gegenwärtigen Situation. „Wo es nicht klappt, müssen überall Freiwillige einspringen“, erläutert er. hari
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