Anna Juhnke über den wiederholten Vandalismus in der Hellen Oase

Anna Juhnke (32) ist Diplom-Biologin und bei Kids & Co als Umweltpädagogin angestellt. Sie betreut neben dem Bürgergarten Helle Oase Umweltprojekte in der Jugendfreizeiteinrichtung Joker. (Foto: hari)
Berlin: Bürgergarten "Helle Oase" |

Hellersdorf. Seit vier Jahren betreibt der Verein Kids & Co den Bürgergarten Helle Oase. Praktisch von Anfang an hatten die Mitarbeiter und Freiwilligen des Bürgerprojektes mit Vandalismus zu kämpfen. Im Interview mit unserem Autor Harald Ritter erklärt Projektkoordinatorin Anna Juhnke warum die Gartenfreunde trotzdem weitermachen wollen.

Frau Juhnke, im Oktober haben sie das vierjährige Bestehen des Bürgergartens an der Tangermünder Straße gefeiert. War auch der Vandalismus der vergangenen Jahre ein Thema?

Anna Juhnke: Sicher. Das Problem begleitet uns ja seit Bestehen der Hellen Oase. Schon im ersten Jahr wurde das Spielhäuschen auf dem Kleinkinderspielplatz umgerissen und wenige Monate später sogar abgefackelt. Im vergangenen Sommer wurde die frisch aufgestellte kleine Kiezbibliothek, die Bücherzelle, durch Brandstiftung zerstört. In diesem Sommer gab es Graffitiattacken auf den von uns statt dessen aufgestellten Bücherschrank. Am meisten hatten aber die Beete zu leiden. Unsere noch grünen Tomaten wurden abgerissen und als Wurfgeschosse genutzt. Die Kürbisse wurden herausgerissen und über das gesamte Gelände verteilt.

Wie reagieren die Nutzer des Bürgergartens?

Anna Juhnke: Mit Wut und Enttäuschung. Wir haben bis zu zehn Ehrenamtliche, die unsere Anlagen pflegen. Das sind Anlagen wie der Kinderspielplatz, die Streetsocceranlage, unser Feuchtbiotop. Manche wollten schon aufgeben, andere dagegen wollen jetzt erst recht weitermachen. Darauf haben sich schließlich alle geeinigt.

Mit welchen Argumenten haben sie die Zweifler unter den Gartenfreunden überzeugen können?

Anna Juhnke: Wir haben aus einer Brache einen Ort der Gemeinschaft gemacht, einen Ort des Wohlfühlens. Es gibt vielfältige Freizeitmöglichkeiten und die Anwohner nutzen die Möglichkeiten gut. Auf dem Kinderspielplatz sind im Sommer bis zu 50 Mütter und Väter mit ihren Kindern. Wir wollen das nicht aufgeben. Im kommenden Jahr sind wir einer der IGA-Orte im Bezirk. Da wollen wir unseren Garten intakt und als grüne Oase in der Großstadt vorstellen.

Kann Ihnen die Polizei helfen?

Anna Juhnke: Nur begrenzt. Wir haben einen guten Kontakt zum zuständigen Streifenbeamten. Die Polizei schaut auch öfter mal nach dem Rechten. Aber die Anlage ist relativ groß und schwer zu überschauen. Da können sich die Täter auch immer gut verstecken.

Wissen Sie etwas über die Täter?

Anna Juhnke: Es liegt auf der Hand, dass es sich um Jugendliche handelt. Wir denken, es handelt sich um eine kleine Gruppe von fünf bis sieben Personen. Eine viel größere Anzahl von Jugendlichen steht unserem Garten positiv gegenüber. Wir haben ja auch gleich nebenan die Jugendfreizeiteinrichtung Eastend. Die Zusammenarbeit ist gut.

Was sagen die Anwohner zu den Problemen mit dem Vandalismus?

Anna Juhnke: Da herrscht allgemeines Kopfschütteln. Es gibt auch einige, die uns helfen. Beispielsweise bekamen wir nach der Zerstörung unserer Bücherzelle für den neuen Bücherschrank zahlreiche Buchspenden. Allerdings wünschte ich mir, dass auch die Nachbarn ein bisschen mehr auf die Anlage achten, wenn unsere Freiwilligen nicht da sind.
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